„Spüre keinen Hunger mehr“: Mit einer Methode nimmst du ab und hast keine Gelüste

Schon nach 14 Stunden ohne Nahrung schaltet unser Körper eine Art innere Reinigung an.

Alles reine Gewöhnungssache. Bei Frank Madeo hat es etwa zwei Wochen gedauert, bis er auf seinen neuen Essrhythmus „programmiert“ war, wie er es nennt. Seither isst er nur zwischen 17 und 20 Uhr. Dann aber alles, was er mag. Bis er richtig satt ist.

Klingt gut, aber was ist mit den übrigen 21 Stunden eines jeden langen Tages? „Ich spüre da keinen Hunger mehr“, sagt Madeo, Jahrgang 1967, aufgewachsen im Ruhrgebiet, schlank, durchtrainiert und Professor am Institut für Molekulare Biowissenschaften in Graz.

Seit zwei Jahren ernährt er sich nach diesem Plan, fühlt sich leistungsstärker, wird seltener krank. „Ich wollte die Ergebnisse unserer Forschung selbst testen“, sagt er. „Ich kann ja nicht bei meinen Vorträgen Ratschläge erteilen, die ich nicht befolge.“ Sein wichtigster Rat: Intervallfasten – regelmäßiger Verzicht auf Nahrung zu bestimmten Zeiten. Noch krasser ist die Methode, die er gerade an 100 Probanden testet: einen Tag essen, einen Tag fasten.

Frank Madeo ist einer der Stars eines relativ jungen Forschungsgebiets, das der uralten Tradition des Fastens auf der Spur ist. Was passiert in unserem Körper, wenn wir freiwillig nichts essen? 

Nahrungsverzicht bringt sehr viel Gutes

Im Labor des Altersforschers in Graz untersuchen 30 Wissenschaftler an Hefe, Fruchtfliegen und Menschen, welche Prozesse periodischer Nahrungsverzicht in Zellen auslöst. Vereinfacht: sehr viel Gutes. Verschiedene Formen des Fastens, die in einer Handvoll Labors weltweit untersucht werden, zeigen mittlerweile wissenschaftlich nachweisbare Effekte auf die Gesundheit:

Sowohl traditionelle Kuren, Nahrungsverzicht über 14 Stunden oder einige Tage, Dinner- oder Breakfast-Cancelling senken den Blutdruck, helfen bei chronischen Krankheiten wie Rheuma oder Arthritis, verbessern die Stimmung, verjüngen den Körper, beugen Demenz vor. Dabei geht es nicht wie bei Diäten hauptsächlich ums Abnehmen, wohl aber darum, ein gesundes Körpergewicht zu halten.

 

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