Gesundheit

UK: Apotheker sollen ohne Arzt-Rücksprache substituieren dürfen

Diebritische Regierung will die Apotheker des Landes auf den „Ernstfall“ nach dem Brexitvorbereiten und gesteht ihnen dazu mehr Kompetenzen zu. Bei schwerwiegendenArzneimittelverknappungen sollen sie Medikamente ohne vorherige Rücksprache mitdem verschreibenden Arzt substituieren dürfen.

Dasbritische Gesundheitsministerium schlägt eine Änderung des Arzneimittelgesetzes(Human Medicines Regulation 2012) vor,mit der Apotheker ermächtigt werden sollten, im Falle von schwerwiegenden Lieferengpässenbei Arzneimitteln alternativ andere Präparate abzugeben, und zwar ohne vorherden Arzt deswegen zu kontaktieren. 

DieseKompetenz soll durch die Einführung eines „serious shortage protocol“ (Protokollfür schwerwiegende Mängel) legitimiert werden, das in solchen Fällen vomMinisterium herausgegeben werden kann. In dem Protokoll soll eindeutigausgewiesen sein, welche alternativen Medikamente abgegeben werden dürfen undan welche Patienten. Nach dem Vorschlag sollen hierfür vier Möglichkeiten inFrage kommen: die Abgabe einer geringeren Menge, eines therapeutischen odergenerischen Äquivalentes oder einer alternativen Darreichungsform.

Nachdem derzeit geltendem Recht dürfen Apotheker in Großbritannien nur dann ohneRücksprache mit dem Arzt substituieren, wenn ein verschriebenes generisches Präparatnicht verfügbar ist und stattdessen ein gleichwertiges Markenarzneimittelabgegeben werden kann. Der umgekehrte Vorgang, das heißt der Ersatz einesMarkenproduktes durch ein Generikum ist ohne Zustimmung des Arztes nichtzulässig.

Patientensollen schneller an ihre Medikation kommen

„Indem unwahrscheinlichen Fall eines Mangels ist es bei jedem Arzneimittel wichtig,dass die Patienten weiterhin das hohe Niveau der Behandlung erhalten, die sieerwarten“, wird ein Sprecher des Gesundheits-und Sozialministeriums im„Pharmaceutical Journal“ zitiert. Das Protokoll, das in Zusammenarbeit mit denÄrzten entwickelt werden soll, sei ein vernünftiger Ansatz, um die Zeit zuverkürzen, bis die Patienten ihre Ersatzmedikation bekommen.

DieRoyal Pharmaceutical Society (RPS) erklärt dazu. „Wir unterstützen dieApotheker dabei, mit ihrem fachlichen Urteil zu entscheiden, welchesArzneimittel sie abgeben sollen. Siewerden sicherzustellen, dass Änderungen bei der Abgabe den Ärzten klarkommuniziert werden.“

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