Vatikan-Apotheke setzt auf Kommissionierer aus Deutschland

Seit Kurzem arbeitet in der einzigen Apotheke des Kirchenstaats ein Kommissionier-Automat der deutschen Firma Rowa. Der soll helfen, täglich rund 2000 Kunden mit Arzneimitteln zu versorgen. Aus Glaubensgründen wird der Automat allerdings einige Produkte nicht beinhalten.

Der Vatikan, der Kirchenstaat auf 44 Hektar innerhalb der italienischen Hauptstadt Rom, bewegt sich seit jeher zwischen Tradition und Moderne. So hat die letzte absolutistische Monarchie Europas (der Papst besitzt die gesetzgebende, -ausführende und richterliche Gewalt im Staat) eines der modernsten Sicherheitssysteme der Welt, wurde 2008 mit dem Europäischen Solarpreis für die Errichtung einer fußballfeldgroßen Solaranlage ausgezeichnet und besitzt als einziges Land der Welt Geldautomaten, die auch ein Sprachmenü in lateinischer Sprache aufweisen.

Jetzt hat auch die seit dem Jahr 1874 existierende einzige Apotheke des Vatikans einen großen Schritt in das 21. Jahrhundert getan. Seit Kurzem arbeitet in der Einrichtung ein BD Rowa Vmax160 Kommissonierautomat. Genug zu tun gibt es für das Hightech-Gerät aus Rheinland-Pfalz. Rund 2000 Kunden am Tag bediene man in der Offizin, zitiert die Vatikanzeitung „Osservatore Romano“ und das Portal Vatikan-News den Direktor der Apotheke, den indischen Bruder der „Barmherzigen Brüder, Binish Thomas Mulackaldie. Seit ihrer Gründung vor 145 Jahren betreiben die Fatebenefratelli-Mönche, die Barmherzigen Brüder ein Krankenpflege-Orden, die Apotheke. Gegründet wurde sie von Bruder Eusebio Ludvig Fronmen.

Die geschäftigste Apotheke der Welt

Demzufolge handelt es sich um eine der, wenn nicht sogar die geschäftigste Apotheke der Welt – was unter anderem daran liegt, dass sie nicht nur den rund 1000 Einwohnern des Vatikanstaats offen steht, sondern natürlich auch den jährlich rund 18 Millionen Besuchern des katholischen Zwergstaats.

Rund 40.000 verschiedene Produkte verwaltet der Kommissionierautomat nun und verteilt sie an fünf Bedienplätze. Bruder Binish erhofft sich von dem Roboter nun schnellere Abläufe in der Offizin und im Magazin, heißt es in der Vatikan-Zeitung. 60 Mitarbeiter hat die Apotheke zusätzlich zu mehreren Brüdern des Ordens die die Apotheke leiten. Für sie entfalle nun der Weg zwischen Schubladen und HV-Tisch. Damit verkürzte sich die Wartezeiten um rund 30 Prozent, zitiert die Zeitung den Direktor. Außerdem entfiele nun die jährliche Inventur, da der Automat Stückzahlen und Verfallsdaten permanent verwalte.

Neben der Ersparnis von Zeit und Kosten sei man vor allem auch froh über den nun zusätzlich gewonnenen Platz. Denn da der Rowa die Arzneimittel dicht an dicht im Magazin lagert, könne man nun die Regale in der Offizin besser nutzen. Bruder Binish erklärte, was er mit dem so nun erreichten zusätzlichen Platz in der „stets vollen Apotheke“ machen will. Dort wolle man in Zukunft voraussichtlich neue weitere Dienstleistungen für die vielen Kunden der Apotheke anbieten, sagte er der Zeitung.

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