Gefahr Lungenembolie: Diese Symptome solltest du ernst nehmen

Die Lungenembolie ist die dritthäufigste Erkrankung des Herzkreislaufsystems. Die Symptome sind meist unspezifisch und die Beschwerden werden häufig verkannt. Das macht die Lungenembolie zu einer potenziellen Todesursache.

Gelangt ein Blutgerinnsel in eine Lungenarterie, sprechen Mediziner von einer Lungenembolie. Genau das ist offenbar der beliebten Moderatorin Stefanie Tücking (56) mitten in der Nacht geschehen. Sie starb in ihrem Haus in Baden-Baden an den Folgen der Gefäßverstopfung. Der heimtückische Tod kommt ohne Vorwarnung. Vorzeichen gibt es allerdings schon – und Risikofaktoren. Eine Venenschwäche und Rauchen gehören dazu. Stefanie Tücking war Raucherin.

Eine Lungenembolie entsteht immer in Folge einer vorausgehenden Erkrankung, meist einer tiefen Thrombose im Bein. „Von der Beinvenenthrombose kann sich ein Blutgerinnsel ablösen. Der Blutstrom transportiert es zum rechten Herzen, von wo aus es in die Lunge verschleppt wird”, erklärt Ulrich Hoffmann, Leiter der Abteilung Angiologie des Klinikums der LMU München. In seltenen Fällen können auch Luft, Fett, Fruchtwasser oder Fremdkörper, die ihren Weg ins Gefäßsystem gefunden haben, eine Lungenembolie auslösen.

Lungenembolie schränkt den Sauerstoffaustausch ein

Normalerweise transportiert unser Körper das sauerstoffarme Blut über die Lungenarterien vom Herzen zur Lunge. In der Lunge verzweigen sich die Arterien zu kleinen Verästelungen, die immer feiner und enger werden und schließlich über die Lungenbläschen das Kohlenstoffdioxid ihres Blutes abgeben. Im Gegenzug nehmen die Arterien Sauerstoff auf.

Bei Patienten mit einer Lungenembolie ist eine oder mehrere Arterien durch ein Blutgerinnsel verstopft. Das Blut wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff angereichert, der Sauerstoffaustausch ist somit eingeschränkt. Stoppt er ganz, stirbt der Betroffene.

Symptome einer Lungenembolie

Typische Symptome einer Lungenembolie sind:

  • Atemnot
  • Herzrasen
  • Schmerzen beim Einatmen
  • Bluthusten
  • Schwindel
  • Ohnmachtsanfälle
  • Schmerzen in der Brust

„Die Diagnose einer Lungenembolie ist schwierig”, erläutert Hoffmann. Handelt es sich um den Verschluss einer kleinen Lungenarterie, kann dieser sogar symptomlos und unentdeckt bleiben. Körpereigene Mechanismen helfen in diesem Fall und lösen das verstopfte Gerinnsel auf.

Die Symptome sind schwerwiegender, je größer der von der Blutversorgung abgeriegelte Lungenabschnitt ist. „Eine akute Lungenembolie ist lebensbedrohlich. Die rechte Herzhälfte muss wesentlich mehr Kraft aufwenden, um das Blut in die Lunge zu pumpen. Es kommt zum Rechtsherzversagen. Patienten mit einer schweren, akuten Lungenembolie kann der Kreislauf kollabieren”, erklärt Hoffmann.

Tumore erhöhen das Risiko einer Lungenembolie

Bettlägerigkeit erhöht das Risiko einer Beinvenenthrombose und somit einer Lungenembolie. Weitere Risikofaktoren sind eine Lungenerkrankung, eine Schwangerschaft, Gerinnungsstörungen oder eine Krebserkrankung. „Tumore aktivieren die Blutgerinnung. Mit der Zunahme von Tumorerkrankungen in unserer älter werdenden Gesellschaft steigt auch das Risiko für Lungenembolien”, sagt Hoffmann.

Diagnose einer Lungenembolie

Bei Verdacht auf eine Lungenembolie hört der Arzt zunächst Lunge und Herz des Patienten ab und misst Puls und Blutdruck. Der Nachweis bestimmter Blutwerte erhärtet den Verdacht auf eine Lungenembolie. Die gesicherte Diagnose einer Lungenembolie liefert eine bildgebende Darstellung der Lungenarterien. „Am besten lassen sich die Gefäße mit einer Computertomografie darstellen. Sie ist die Goldstandard-Methode für die Diagnose der Lungenembolie”, sagt Hoffmann.

Behandlung einer Lungenembolie

Wichtig ist die sofortige Behandlung mit einem Blutverdünner wie Heparin. „Bei einer schweren Lungenembolie wird das Blutgerinnsel, das die Lungenarterie verstopft, mit einem Thrombolytikum aufgelöst. Das gängige Medikament einer solchen Reperfusionstherapie in der Medizin ist das Fibrinolytikum rt-PaA", erklärt Hoffmann.

Anschließend müssen die Patienten für mindestens drei bis sechs Monate Medikamente nehmen, welche die Blutgerinnung hemmen und so die Neubildung einer Thrombose verhindern. Hier kamen bislang sogenannte Vitamin-K Hemmer, zum Beispiel Markumar, zum Einsatz. Heute werden zunehmend neue Blutverdünner eingesetzt, die ein verbessertes Sicherheitsprofil aufweisen, indem sie das Risiko einer Blutung weiter reduzieren.


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