Persönliche Gesundheit

Pickel am Po – oft steckt eine gefährliche Krankheit dahinter

Pickel, die sich entzünden, schmerzen und immer wieder kommen, plagen häufig am Gesäß, Achseln und Schambereich. Nicht immer sind die Pickel am Po harmlos, sondern Anzeichen einer speziellen, erblichen Akne. Bei welchen Anzeichen Sie zum Hautarzt müssen und neue Therapien.

Wer viel schwitzt und gerne enge Kleidung trägt, kennt das Problem: Pickel, Pusteln und juckende, rote Stellen bilden sich an den besonders beanspruchten Hautbereichen. Extrem unangenehm ist das am Gesäß und der Intimregion. Beim Gehen und Sitzen wird die Haut dort zusätzlich belastet, was wiederum die Entzündung anfeuern kann.

Pickel am Po: Falsche Hygiene führt zu Hautproblemen

Ursache der hartnäckigen Pickel ist oft übertriebene Hygiene. Das kann zu einer Pilzinfektion führen. Die Anzeichen: Rote Stellen, die stark jucken. Aber auch das Gegenteil, mangelnde Sauberkeit ist fatal. Dann haben ebenfalls Hautpilze eine Chance, zusätzlich auch Bakterien. Wund- und Heilsalben sowie Antipilzcremes sorgen dann für rasches Verschwinden.

Mit der richtigen Dosis an Hygiene – einmal täglich gründlich abduschen, dabei ein ph-neutrales Waschsyndet benutzen und danach auch in den Hautfalten sorgfältig abtrocknen – besteht die Gefahr von Pilzen und bakteriellen Infektionen in Zukunft dann kaum noch.

Hautentzündungen mit innerer Ursache

Doch wenn die Pickel am Po trotzdem bleiben, sich sogar weiter entzünden und ausbreiten, kann das auf eine besondere Krankheit hindeuten. „Chronische Entzündungen können von 'innen' kommen. Das bedeutet, dass die Erkrankung meist genetisch bedingt ist bzw. durch bisher noch unbekannte Mechanismen ausgelöst wird. Das ist zum Beispiel bei der Akne Inversa der Fall“, sagt Andreas Pinter, Leiter der Sprechstunde für Psoriasis, Neurodermitis und Akne Inversa am Zentrum für Dermatologie, Venerologie und Allergologie der Universitätsklinik Frankfurt, auf BILD+.

Die Symptome von Akne Inversa

Die noch wenig erforschte erbliche Hautkrankheit betrifft immerhin bis zu vier von 100 Menschen. Typisch für die chronisch-entzündliche Akneform: Haarwurzeln der eher dicken Haare von Achseln und Schambereich entzünden sich sehr schmerzhaft. Auch im Dammbereich und bei Frauen in der Falten unter der Brust kommt es zu dicken Mitessern und Abszessen. Wenn sie aufbrechen, kann sich die Infektion ausbreiten. Mit den Jahren kommt es dann zu richtigen Nestern und Narbensträngen.

Besonders gefährlich an Akne Inversa ist jedoch, dass sich Eiter abkapselt und die Bakterien unter der Haut lange Gänge (Fisteln) graben. Die Infektion bleibt also ständig erhalten.

 

Die Hautkrankheit wird oft verwechselt

Auf jeden Fall sollten Sie deshalb bei hartnäckigen Hautveränderungen zum Arzt gehen. Allerdings wird Akne Inversa oft mit Schweißdrüsenabszess verwechselt und deshalb nicht gleich diagnostiziert. Gewebeprobe und Ultraschalluntersuchung geben dann Ausschluss darüber, welche Bakterien die Ursache sind und wie weit sie sich unter der Haut bereits ausgebreitet haben.

Behandlung mit Tabletten und Operation

Oft helfen Antibiotika, damit sich die Entzündungen zumindest nicht ausbreiten und zwischenzeitlich verschwinden. Ist die Hauterkrankung jedoch weit fortgeschritten, müssen die betroffenen Hautareale chirurgisch entfernt und die Fisteln ausgeräumt werden. Weil es sich dabei oft um ausgedehnte Areale handelt, ist das Abheilen danach oft schwierig und dauert lange. Weiteres Problem: Die Rückfallquote (Rezidiv) beträgt bis zu 30 Prozent. Bei fast jedem dritten Patienten bilden sich die schmerzhaften Eiterpickel also erneut.

Neue Therapie Strahlentherapie gegen Akne Inversa

Große Hoffnungen werden deshalb in eine neue Behandlungsmethode gesetzt, die ohne Skalpell auskommt. Die neue Bestrahlungstechnologie setzt Licht- und Radiofrequenz ein. Sie ist nicht-invasiv, nebenwirkungsarm und soll Entzündung und Schmerzen reduzieren. Die Therapie ist seit Kurzem in Deutschland zugelassen, die Kosten (rund 50 Euro) werden noch nicht von den Kassen übernommen. Allerdings kann es sich lohnen, bei der Kasse einen Antrag auf Einzelfallentscheidung zu stellen.

Akne Inversa – das Risiko reduzieren und richtig vorbeugen

Fakt ist, dass Akne Inversa umso besser behandelt werden kann, je früher sie entdeckt wird. Zögern Sie also nicht, bei den entsprechenden Anzeichen zum Hautarzt zu gehen, bevor sich Abszesse und Fisteln ausgebreitet haben. Gegen eine genetische Belastung für Akne Inversa lässt sich zwar nichts ausrichten. Doch Sie können eine Menge dafür tun, das Risiko eines Ausbruchs der chronischen Hautkrankheit zu minimieren, sowie ein Rezidiv oder dass sie sich verschlimmert:

  • Rauchen Sie nicht. Studien haben gezeigt, dass Rauchen die Krankheit deutlich forciert.
  • Falls Sie zu dick sind, nehmen Sie bitte ab. Übergewicht ist der zweite wichtige Risikofaktor.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Kleidung nicht scheuert. An diesen Stellen kann sich sonst rasch eine Hautentzündung bilden.

Auch wenn es dem momentanen Körperkult nicht entspricht: Rasieren Sie sich an den entsprechenden Stellen nicht. Die Rasur der empfindlichen Haut der Achseln und des Intimbereichs führt immer zu Mikroverletzungen, die sich sogar bei Menschen, die keine Veranlagung zu Akne Inversa haben, entzünden können.

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