Apotheken in Nordrhein stehen bereit

Sowohl die Mainzer Firma Biontech und ihr US-Partner Pfizer als auch der US-Konzern Moderna haben am gestrigen Montag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs in der EU beantragt. Sobald die Zulassung erteilt ist, soll mit den Impfungen in speziellen Impfzentren, aber auch mit mobilen Impf-Teams begonnen werden. Beim Apothekerverband Nordrhein gibt es schon konkrete Pläne, wie die Apotheken bei der Zubereitung des Impfstoffs mitwirken können.

„Unsere Apotheken sagen mir, dass sie schon in der Lage sind, uns am Tag 100.000 Impfdosen aufzubereiten, auch unter sterilen Bedingungen“, sagte der nordrhein-westfälische Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der ARD-Sendung „Hart aber Fair“ am gestrigen Abend. Und tatsächlich gibt es bereits konkrete Pläne hierzu. „100 der 4.500 Apotheken in NRW werden den Impfstoff so vorbereiten können, dass er in den Impfstellen sofort verimpft werden kann“, äußerte Thomas Preis, Chef des Apothekerverbands Nordrhein, gegenüber der „Rheinischen Post“ aus Düsseldorf. „Diese 100 Apotheken verfügen über die nötigen Reinräume, die nötigen Kühlräume und das Fachpersonal, das für diese Arbeit notwendig ist.“ Denn vermutlich werde es zuerst den Biontech/Pfizer-Impfstoff geben, der bei -70 Grad Celsius gekühlt werden muss. Diese spezialisierten Apotheken seien flächendeckend in ganz NRW angesiedelt, oft handle es sich um Apotheken und Krankenhausapotheken, die auch Zytostatika herstellen.  

Zentrale Impflager sollen direkt an Apotheken liefern

Zu dem konkreten Vorgehen äußerte Preis: „Es ist geplant, dass die 100 Apotheken den Impfstoff aus den zentralen Impflagern angeliefert bekommen und ihn dann zur direkten Verimpfung  in den Impfstellen vorbereiten. Die Impfstellen wie etwa die in der Düsseldorfer Arena verimpfen ihn dann vor Ort oder statten mobile Impf-Teams damit aus, die etwa Alten- und Pflegeheime aufsuchen.“ 

Nach der erwarteten Zulassung des Impfstoffs im Dezember könne, so Preis weiter, sofort mit den ersten Impfungen begonnen werden. „Im neuen Jahr sollen die Impfkapazitäten kontinuierlich gesteigert werden. Ziel ist, dass durch die Impfstellen in NRW monatlich 14.000 Impfungen pro 100.000 Bürger durchgeführt werden können.“ Für einen Impfschutz müsse jeder Bürger zweimal geimpft werden. Damit käme man 2021 auf eine Impfquote von mehr als 60 Prozent; diese werde auch benötigt, um eine Herdenimmunisierung zu erreichen. „Das ist eine Kraftanstrengung für alle Beteiligten – besonders auch für die Apotheken“, so Preis weiter.

Enormes Medienecho

Bemerkenswert ist das Medienecho, das die  Äußerungen von Verbandschef Preis auslösten. Diese wurden auch über die Deutsche Presse-Agentur verbreitet  und finden sich mittlerweile in zahlreichen Online-Auftritten, z. B. der „Zeit“, der „Süddeutschen Zeitung“ und bei zahlreichen Tageszeitungen. 

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