COVID-19 verursacht deutlich mehr Komplikationen als Grippe – Heilpraxis

COVID-19 hat weit schwerere Folgen als Grippe

Oft wird COVID-19 mit Grippe verglichen und die Schwere der Erkrankung relativiert. Doch sind einerseits die möglichen Folgen der Grippe keinesfalls zu unterschätzen und anderseits zeigt eine aktuelle Studie, dass bei COVID-19 wesentlich mehr Komplikationen auftreten als bei der Influenza.

Bei COVID-19 entwickeln Betroffene viel mehr und schwerwiegendere Komplikationen als bei Grippeerkrankungen, berichtet das „British Medical Journal“ (BMJ) von den Ergebnissen einer aktuellen Studie der US Veterans Health Administration. Bei Klinikeinweisungen benötigten COVID-19-Erkrankte zudem mit größerer Wahrscheinlichkeit eine Behandlung auf der Intensivstation, längere Krankenhausaufenthalte und starben mit höherer Wahrscheinlichkeit an den Folgen der Infektion.

Immer wieder wird COVID-19 mit Influenza verglichen, doch fehlten bisher belastbare Zahlen, um einen wissenschaftlichen Vergleich zu ermöglichen. In der aktuellen Studie wurden nun die Daten stationärer Behandlungen von 3.948 COVID-19-Fällen und 5.453 Grippe-Fällen ausgewertet. Alle Infektionen wurden im Labor bestätigt.

Risiko für Lungenversagen drastisch erhöht

Die Auswertung hat gezeigt, dass die COVID-19-Erkrankten und Grippekranken überwiegend in einem ähnlichen Alter waren (Mittelwert 70 versus 69 Jahre) und fast alle Grunderkrankungen aufwiesen (93,6 Prozent bei COVID-19 und 95,1 Prozent bei Grippe). Das Risiko eines akuten Lungenversagens (Acute Respiratory Distress Syndrome; ARDS) lag bei COVID-19 jedoch fast 19-mal höher als bei Influenza.

Insgesamt zeigte sich laut Aussage der Forschenden ein höheres Risiko für respiratorische Komplikationen bei COVID-19 – mit einem doppelt so hohem Risiko für eine Lungenentzündung, 1,7-mal so hohem Risiko für ein respiratorisches Versagen, 19-mal so hohem Risiko für ein ARDS und 3,5-mal so hohem Risiko für einen Pneumothorax – jeweils im Vergleich zur Grippe.

COVID-19-Erkrankte wesentlich häufiger verstorben

Auch das Risiko für eine Myokarditis, tiefe Venenthrombosen, Lungenembolien, intrakranielle Blutungen, akute Hepatitis/Leberversagen, Bakteriämie und Druckgeschwüre habe bei COVID-19 mehr als doppelt so hoch gelegen wie bei der Influenza, berichtet das BMJ. Nicht zuletzt dauerten die Krankenhausaufenthalte von COVID-19-Erkrankten fast dreimal so lang wie die von Grippepatienten und die Wahrscheinlichkeit, dass sie auf eine Intensivstation eingewiesen werden mussten, war doppelt so hoch. Die Erkrankung endet zudem bei COVID-19-Erkrankten fünfmal häufiger tödlich als bei der Grippe (21 Prozent Verstorbene gegenüber 3,8 Prozent).

Insgesamt gehen mit COVID-19 sehr viel schwerwiegendere und zudem häufiger auftretende Komplikationen einher als mit der Grippe. Eine Verharmlosung der Erkrankung ist demnach keinesfalls angebracht. (fp)

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