FFP2-Maskenpreise: CDU-Fraktionschef fordert Selbstverpflichtung für Apotheker

Wolfgang Reinhart, Chef der CDU-Landtagsfraktion in Baden-Württemberg, hält die Preise für FFP2-Masken für zu hoch und wendet sich mit einem Appell an Apotheker und Einzelhändler. Nach seinen Vorstellungen sollte es die Masken für maximal einen Euro geben. Reinhart fürchtet, dass ansonsten viele Menschen vom Alltagsleben ausgeschlossen werden. Als Vorbild sieht er Österreich, in dem die Regierung mit dem Einzelhandel eine entsprechende Selbstverpflichtung vereinbaren konnte.

Die Verkaufspreise für medizinische FFP2-Masken werden bereits seit Beginn der Corona-Pandemie im vergangenen Jahr diskutiert. Abhängig von der jeweiligen Verfügbarkeit und den Einkaufsbedingungen auf dem (Welt-)Markt schwanken die Kurse bekanntlich stark. Doch dadurch, dass bisher auch billigere Community-Masken geduldet wurden, waren die Preise für die höherwertigeren Exemplare kein vorrangiges Thema in der Öffentlichkeit.

Das ändert sich, seitdem immer mehr Bundesländer dazu übergehen, aufgrund des Beschlusses von Bund und Ländern aus der vergangenen Woche, ihre Maskenpflicht zu verschärfen. So müssen nun auch in Baden-Württemberg an zahlreichen Orten OP- und FFP2-Masken getragen werden, wo zuvor die einfache Maske reichte. Kinder bis einschließlich 14 Jahre dürfen weiterhin Community-Masken tragen, Kinder bis einschließlich fünf Jahren bleiben von der Maskenpflicht ausgenommen.

Nicht mehr als 10 Prozent auf den Einkaufspreis

Damit sich weite Teile der Bevölkerung überhaupt mit dem täglichen Bedarf an OP- und FFP2-Masken ausstatten können, fordert der CDU-Politiker Wolfgang Reinhart, der die Landtagsfraktion in Baden-Württemberg führt, feste und vor allem niedrige Preise. Konkret appelliert er an Apotheker und Einzelhändler, FFP2-Masken für maximal einen Euro pro Exemplar zu verkaufen. Sollte dies aufgrund der Einkaufkonditionen nicht möglich sein, dürfe das Einmalprodukt wenigstens „nicht teurer als 10 Prozent des Einkaufspreises“ sein – gemeint ist wohl, dass der Aufschlag auf den Einkaufspreis nicht höher als 10 Prozent sein dürfe. Reinhart hält Preise von vier bis sechs Euro für zu hoch.

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„Es darf nicht sein, dass Menschen vom Alltagsleben ausgeschlossen werden, weil sie kein Geld für die teuren Masken haben, die zum Teil aber nun in bestimmten Bereichen Pflicht sind“, so Reinhart. Er befürchtet, dass Menschen, die sowieso schon unter den Kontakteinschränkungen im Corona-Lockdown leiden, auf diese Weise noch mehr isoliert werden. „Die Preise für diese Masken sind für den Normalbürger teilweise einfach zu hoch.“

Als Vorbild-Nation hält er in dem Zusammehang Österreich. Dort hätte es Bundeskanzler Sebastian Kurz geschafft, mit dem Einzelhandel zu vereinbaren, die Masken zum Selbstkostenpreis zu verkaufen. „Eine solche freiwillige Selbstverpflichtung wünsche ich mir auch für Deutschland“, so der CDU-Mann. Zwar könne man in Bussen und Bahnen und in den Läden auch billigere OP-Masken tragen, doch diese böten im Vergleich zu den FFP2-Masken weniger Schutz.

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