Heinsberg-Studie berechnet Corona-Dunkelziffer: In Deutschland müsste es rund 1,8 Millionen Infizierte geben

Der Kreis Heinsberg galt nach einer fatalen Karnevalssitzung als einer der Brennpunkte der Corona-Krise. Ein Forscherteam hat sich intensiv mit den Infizierten im Kreis befasst – und nun erste Ergebnisse veröffentlicht.

Laut der sogenannten „Heinsberg-Studie“ müssten in Deutschland rund 1,8 Millionen Menschen mit dem Coronavirus infiziert sein. Das geht aus den Ergebnissen der Studie hervor, die die Uniklinik Bonn am Montag veröffentlichte.

„Diese Dunkelziffer ist um den Faktor 10 größer, als die Gesamtzahl der offiziell gemeldeten Fälle“, heißt es in der Studie.

Alle weiteren Nachrichten zur Pandemie lesen Sie im Newsticker von FOCUS Online.

Sterblichkeitsrate in Gangelt bei 0,37 Prozent

Auch eine Sterblichkeitsrate wurde in der Studie berechnet: "Mit der Gesamtzahl aller Infizierter kann die Infektionssterblichkeit (IFR) berechnet werden, Sie liegt für Sars-CoV-2 für den Ausbruch in der Gemeinde Gangelt bei 0,37 Prozent", erklärt Studienleiter Hendrick Streeck. Federico Gambarini/dpa Bonn: Professor Hendrik Streeck, Direktor des Institut für Virologie an der Uniklinik in Bonn

Die Gemeinde Gangelt im Kreis Heinsberg galt nach einer Karnevalssitzung als einer der Hotspots der Pandemie in Deutschland.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Rund jeder fünfte Infizierte in Gangelt (22 Prozent) zeigt im Krankheitsverlauf keinerlei Symptome. Personen, die an besagter Karnevalssitzung teilgenommen haben, zeigten demnach öfters Symptome.

Deutschlands bewegendster Corona-Song: "Victoriam" – Hören Sie rein, wir unterstützen damit den guten Zweck

FOCUS Online Deutschlands bewegendster Corona-Song: „Victoriam“ – Hören Sie rein, wir unterstützen damit den guten Zweck

Studie zeigt Wichtigkeit der Hygieneregeln

„Dass offenbar jede fünfte Infektion ohne wahrnehmbare Krankheitssymptome verläuft, legt nahe, dass man Infizierte, die das Virus ausscheiden und damit andere anstecken können, nicht sicher auf der Basis erkennbarer Krankheitserscheinungen identifizieren kann“, meint Martin Exner, Leiter des Instituts für Hygiene und öffentliche Gesundheit und Co-Autor der Studie.

Dies zeige, wie wichtig Abstands- und Hygiene-Regelungen im Alltag seien, um die Verbreitung des Virus' einzudämmen. „Jeder vermeintlich Gesunde, der uns begegnet, kann unwissentlich das Virus tragen. Das müssen wir uns bewusst machen und uns auch so verhalten“, so Exner weiter.

Mehr Kinder auf Intensivstation: Infektiologe erklärt, warum das kein Grund zur Sorge ist

FOCUS Online Mehr Kinder auf Intensivstation: Infektiologe erklärt, warum das kein Grund zur Sorge ist  

Quelle: Den ganzen Artikel lesen