Kopfschmerzregister geht an den Start

Die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft hat ein Kopfschmerzregister gestartet. Ziel ist es, bundesweit die klinische Versorgung von Kopfschmerzpatienten zu verbessern.

Ob Migräne, Spannungs- oder Clusterkopfschmerzen – Millionen Menschen leiden unter Kopfschmerzen. Häufig ist ihre Lebensqualität und Leistungsfähigkeit in Alltag und Beruf dadurch erheblich eingeschränkt. Obwohl es gute Behandlungsmöglichkeiten gibt, kommen diese nicht allen Patientinnen und Patienten gleichermaßen zugute. Die Lücken in der Versorgung zu erkennen und sie zu schließen, hat sich die Deutsche Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft (DMKG) zur Aufgabe gemacht.

Helfen soll nun ein bundesweites Kopfschmerzregister (www.kopfschmerzregister.de). Das Projekt hat zwei Ziele: Zum einen sollen Ärzte bei der Diagnosestellung, Behandlung und Verlaufsbeobachtung von Kopfschmerzpatienten unterstützt und damit die Struktur- und Versorgungsqualität nachhaltig verbessert werden. Zum anderen soll eine Datenbank mit anonymisierten Daten zur Versorgung von Kopfschmerzpatienten in Deutschland aufgebaut werden. Diese Daten sollen sodann für wissenschaftliche Auswertungen genutzt werden können. Die Datenhoheit für die anonymisierte Registerdatenbank liege allein bei der DMKG, versichert die Fachgesellschaft.

Internetportal verbindet Patienten und Ärzte

Im Zentrum des Registers steht ein Internetportal, das Ärzte und Patienten miteinander verbindet. Teilnehmende Praxen und Kliniken laden ihre Patienten ein, dieses Portal zu nutzen. Es erfasst systematisch die Informationen, die für die Behandlung von Kopfschmerzpatienten benötigt werden, zum Beispiel Kopfschmerzhäufigkeit und -intensität, Medikation, bisherige Diagnostik und Vorerkrankungen. Die zugehörige DMKG-App funktioniert als Kopfschmerzkalender. Diese Daten können die behandelnden Ärzte einsehen und die Therapie danach ausrichten. Die aktuelle Version ist für Patienten mit Migräne, Spannungskopfschmerz und/oder Kopfschmerz bei Medikamenten-Übergebrauch konzipiert. Andere Module werden im Verlauf ergänzt, eine Öffnung für weitere Nutzerkreise ist geplant.

Projektleiterin Dr. Ruth Ruscheweyh aus der Neurologie des Klinikums der Ludwig-Maximilians-Universität München sieht in diesem DMKG-Projekt eine große Chance: „Klar ist, dass die Behandlung von Kopfschmerzen verbessert werden kann und muss. Es gibt bisher viel zu wenig Daten zur Versorgungsqualität von KopfschmerzpatientInnen in Deutschland.“

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