Leber gesund erhalten: Tipps für 2021 – Heilpraxis

Lebergesundheit: Tipps für das neue Jahr

Die Leber ist das größte innere Organ des menschlichen Körpers. Sie steuert unseren Hormon- und Energiehaushalt und speichert lebenswichtige Nährstoffe wie Fette, Vitamine und Mineralstoffe. Zudem ist sie für ihre „Entgiftungsfunktion“ bekannt. Doch viele Menschen beanspruchen das wichtige Organ übermäßig. Das kann schwerwiegende Folgen haben. Fachleute haben einige Tipps, um die Leber auch im kommenden Jahr gesund zu erhalten.

Gesundheit ist das Wichtigste im Leben: Das ist vielen Menschen durch die Corona-Pandemie nochmals bewusst geworden. Selten waren die Erwartungen an ein neues Jahr so hoch wie an 2021: Die Hoffnungen sind groß, dass die Pandemie bald besiegt und ein normales Leben wieder möglich sein wird. Die Deutsche Leberstiftung erinnert zum Start in das neue Jahr in einer Mitteilung an die gesundheitliche Eigenverantwortung jeder und jedes Einzelnen und an die Wichtigkeit eines gesunden Lebensstils, der positive Effekte auf die Lebergesundheit hat und auch das Immunsystem stärkt.

Giftstoffe werden ausgeschieden

Wie AOK Die Gesundheitskasse auf ihrer Webseite erklärt, entzieht die Leber dem Blut Gifte, die durch Umwelteinflüsse oder über die Nahrung in den Körper gelangen.

So werden etwa Alkohol und Nikotin, aber auch Pestizide oder Konservierungsstoffe im Körper durch die Leber umgewandelt und entgiftet. Abschließend sorgt die Leber dafür, dass diese Stoffe über die Nieren oder den Darm wieder ausgeschieden werden können.

Erfreulicherweise verzeiht die Leber vieles und kann sich bis zu einem gewissen Punkt selbstständig regenerieren. Damit das Organ möglichst lange mit voller Leistungsfähigkeit erhalten bleibt, sollte man bewusst auf die Lebergesundheit achten. Die Deutsche Leberstiftung hat dazu einige Tipps für 2021.

2020 bleibt vielen nicht in guter Erinnerung

Das Jahr 2020 wird vielen Menschen wohl nicht in guter Erinnerung bleiben. Aus einer im Dezember 2020 veröffentlichten Umfrage geht hervor, dass die Corona-Pandemie etwa 30 Prozent der befragten Deutschen das Gefühl vermittelt, sich in einer Katastrophe oder Notsituation zu befinden.

Mehr als zwei Drittel der Befragten waren vom Ausmaß der Pandemie vollkommen überrascht und hätten damit in Deutschland nicht gerechnet. Und nur fast zehn Prozent gaben an, durch Vorsorgemaßnahmen wie zum Beispiel Vorratshaltung vorbereitet gewesen zu sein.

Dass zur Vorsorge für außergewöhnliche Ereignisse neben dem Bevorraten von Nahrungsmitteln sowie Hygieneartikeln auch ein guter Gesundheitszustand eine große Rolle spielt, ist ein weiterer Aspekt, den die Pandemie verdeutlicht hat.

Vermeidbares Risiko für schweren COVID-19-Verlauf

Ein Beispiel für ein vermeidbares erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von der durch das Coronavirus SARS-CoV-2 ausgelösten Erkrankung COVID-19 ist Adipositas (Fettleibigkeit), die auch als Ursache für die Entstehung von Lebererkrankungen bekannt ist.

Weshalb dies seit einigen Jahren eine gefährliche – jedoch vermeidbare – Entwicklung ist, erläutert der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Leberstiftung, Professor Dr. Michael P. Manns: „Seit den siebziger Jahren hat sich in der westlichen Welt die Verbreitung von Übergewicht und Adipositas, also Fettsucht, verdreifacht – auch in Deutschland“, so der Experte.

„Damit einher geht die Zunahme von Wohlstandserkrankungen, zu der die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL) als Ausgangspunkt möglicher Lebererkrankungen wie Leberzirrhose und Leberzellkrebs zählt. In seltenen Fällen kann sich eine Fettleber, beispielsweise aufgrund einer Fettstoffwechselstörung, auch bei normalem Körpergewicht unerkannt manifestieren – man spricht hier von den sogenannten dünnen Dicken.“

Lockdowns haben die Entwicklung verschlimmert

Vor allem viele jüngere Männer sind übergewichtig. Der im November 2020 veröffentlichte neue Ernährungsbericht der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) belegt sogar, dass in der Gruppe der 30-Jährigen die Normalgewichtigen in der Minderheit sind.

59,4 Prozent der Männer zwischen 18 und 65 Jahren sind demnach zu dick, während bei den Frauen in dieser Altersgruppe 37,3 Prozent übergewichtig oder adipös sind. Dies ändert sich mit zunehmendem Alter: Ab 65 Jahren sind auch bei den Frauen die Normalgewichtigen in der Unterzahl. Außerdem ist jedes siebte Kind übergewichtig oder fettleibig.

Bereits vor der Corona-Pandemie sprachen Fachleute von einer dramatischen Entwicklung, die durch die „Lockdowns“ mit eingeschränkten Sportmöglichkeiten und vermehrtem Fastfood-Konsum noch verschlimmert wurde.

„Jeder sollte sich für 2021 die Frage stellen, in welchen Lebensbereichen er mehr für seine Gesundheit tun kann. Neben einer Lebensstiländerung in den Bereichen Ernährung und Bewegung empfehlen wir auch einen kritischen Blick auf den Alkoholkonsum. Hier unterstützen wir den Aufruf der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), der Leber eine Alkoholpause zu gönnen“, so der Ratschlag von Professor Manns für das neue Jahr.

„Zu den Risiken des Alkoholkonsums zählt unter anderem die alkoholische Fettleber (AFL), die ebenso wie die NAFL zu Leberzirrhose und Leberzellkrebs führen kann. Ein weiterer wichtiger Bestandteil der gesundheitlichen Eigenverantwortung ist außerdem das Wahrnehmen von regelmäßigen Vorsorgeuntersuchen, bei denen gegebenenfalls auch eine Überprüfung der Blut-Leberwerte (beispielsweise GPT oder auch ALT genannt) vorgenommen werden kann.“

Test auf Viruserkrankungen

Die Möglichkeiten, das Jahr 2021 zu einem gesünderen Lebensabschnitt zu machen, von dem auch die Leber profitiert, sind vielfältig – vorausgesetzt, die gesetzten Ziele werden motiviert und fokussiert verfolgt.

Auch die Gesundheitspolitik trägt im kommenden Jahr dazu bei, dass Lebergesundheit immer besser überprüft werden kann: Im Rahmen des Präventionsprogramms „Gesundheitsuntersuchung“ für gesetzlich Versicherte, bis März 2019 als „Check-up 35“ bezeichnet, besteht laut der Leberstiftung ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre ein Anspruch auf eine Vorsorge-Untersuchung.

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat beschlossen, dass als neuer Bestandteil dieser Untersuchung künftig einmalig der Test auf die Viruserkrankungen Hepatitis B und Hepatitis C, die ebenso wie Fettleberhepatitis für die Entstehung von Leberzirrhose und Leberzellkrebs verantwortlich sein können, in Anspruch genommen werden kann.

Damit sollen bislang unentdeckte Infektionen mit den Hepatitis-Viren B (HBV) sowie C (HCV) erkannt werden. Das Inkrafttreten dieses Beschlusses wird in Kürze erwartet. Anspruchsberechtige Personen können den neu eingeführten Test auf Hepatitis B und C separat nachholen, falls ihr Termin für die „Gesundheitsuntersuchung“ zeitlich vor dem endgültigen Inkrafttreten der Neuregelung liegen sollte. (ad)

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