Nach der zweiten Corona-Impfung kommt es häufiger zu Fieber – ein Grund zur Sorge ist das nicht

Vorübergehendes leichtes Fieber, Druckschmerzen an der Einstichstelle oder Unwohlsein: Wie bei jeder Impfung können auch nach Impfungen gegen das Coronavirus vorübergehende Impfreaktionen auftreten. Die Symptome treten meist kurz nach der Impfung auf und klingen binnen weniger Tage ab.

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Neu oder untypisch sind solche Reaktionen nicht. Sie wurden bereits in den Zulassungsstudien für die Corona-Impfstoffe beobachtet. Leichte und vorübergehende Reaktionen gelten als nicht problematisch, da sie zeigen, dass sich das Immunsystem mit dem Impfstoff auseinandersetzt – und dass er letztlich wirkt. 

Die Grafik zeigt, wie häufig Impfreaktionen nach den zugelassenen Corona-Impfstoffen von Biontech/Pfizer und Moderna auftreten. Die Zahlen stammen aus den Zulassungsstudien mit mehreren Tausend Menschen, in denen der Impfstoff jeweils mit einem Placebo verglichen (Kochsalzlösung) wurde.

Impfreaktion

Biontech/Pfizer (vs. Placebo)

Moderna (vs.Placebo)

Schmerzen an der Einstichstelle

83 Prozent (14)

88 Prozent (17)

Abgeschlagenheit

47 Prozent  (23)

65 Prozent (33)

Kopfschmerzen

42 Prozent (23)

59 Prozent (34)

Fieber nach 1. Impfdosis

4 Prozent (1)

0,8 Prozent (0,3)

Fieber nach 2. Impfdosis

16 Prozent (0)

15,5 Prozent (0,3)

Quelle: Robert Koch-Institut (RKI)

Berichte über stärkere Impfreaktionen nach zweiter Dosis

Jüngst berichteten einige bayerische Kliniken, dass nach der Zweit-Impfung stärkere Nebenwirkungen als nach der ersten Dosis auftraten. So sagte ein Sprecher des Universitätsklinikums Erlangen, dass Mitarbeiter nach der zweiten Impfung "vermehrt und verstärkt über typische Nebenwirkungen wie Abgeschlagenheit oder Schüttelfrost" klagten.

Dieses Phänomen findet sich auch in den Daten der Zulassungsstudien wieder. Nach der zweiten Impfdosis entwickelten mehr Menschen Fieber (15,5 – 16 Prozent) als nach der ersten (0,8 – 4 Prozent). Vor allem junge Menschen berichten über stärkere Impfreaktionen nach der zweiten Dosis. Bei ihnen arbeitet das Immunsystem in der Regel schneller und stärker.

Warum aber werden Impfreaktionen nach der zweiten Dosis etwas häufiger beobachtet? Die erste Dosis bereitet den Körper vor, das Immunsystem wird aktiviert. Mit der zweiten Dosis kommt es dann zu einer Art Boost-Effekt und das Immunsystem legt richtig los. Die zweite Dosis ist notwendig, damit der Immunschutz komplett ist. Die mRNA-Impfstoffe von Biontech/Pfizer und Moderna zeigten in den Zulassungsstudien eine Wirksamkeit von rund 95 Prozent.

Interessant: Bei dem Vakzin von AstraZeneca, das seit kurzem ebenfalls in der EU zugelassen ist, scheinen Impfreaktionen häufiger nach der 1. Dosis aufzutreten. Das zeigen Herstellerangaben, die der Ständigen Impfkommission (Stiko) vorliegen. Der Impfstoff basiert auf einer anderen Technologie. Es handelt sich um einen sogenannten Vektor-Impfstoff.

Allergische Reaktionen sind selten

Nach Impfungen kann es in seltenen Fällen zu allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen. In Großbritannien gab es bereits am Tag des Impf-Starts mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer vereinzelt Berichte über solche Nebenwirkungen. Die Personen hatten allerdings bereits in der Vergangenheit schwere allergische Schocks erlitten. Auch in den USA wurden solche Nebenwirkungen beobachtet. Sie treten dort mit einer Häufigkeit von etwa zehn Fällen pro einer Million Impfstoffdosen auf. Allergische Reaktionen können grundsätzlich gut behandelt werden. Sie treten kurz nach der Impfung auf. 

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