Preprint-Publikation untermauert Zuverlässigkeit von Schnelltests

Antigentests sollen ­einen schnellen Nachweis des neuen Coronavirus ohne aufwendige Laboranalysen ermöglichen – direkt vor Ort, in Kindergärten, Altersheimen oder bei Veranstaltungen. Doch wie verlässlich sind sie? Ein Forscherteam um Prof. Dr. Christian Drosten hat in einer Studie sieben Antigentests überprüft.

In der Corona-Pandemie gelten Schnelltests als großer Hoffnungsträger, um SARS-CoV-2-Infektionen zu erkennen und eine weitere Ausbreitung einzudämmen. Als sogenannte Point-of-Care-Tests (POCTs) sollen sich Antigen-Schnelltests schnell und unkompliziert überall anwenden lassen, ohne Labor und langwierige Logistik. Inzwischen sind Antigentests mehrerer Hersteller in Deutschland und vielen anderen Ländern zugelassen. Sie können außerhalb des Labors eingesetzt werden, solange die Testergebnisse von medizinischem Personal überwacht werden.

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Die PCR ist der Goldstandard für den Nachweis von SARS-CoV-2. Allerdings erfordert die Methode eine hoch entwickelte Laborausrüstung, geschultes Personal sowie Logistik für Probenversand und Ergebniskommunikation – und somit Zeit. Lieferengpässe von Materialien erschweren die Situation.

Hier könnten Antigentests entschärfend wirken. Sie sind günstig in der Herstellung und liefern vergleichs­weise schnelle Ergebnisse. Wie auch PCR-Tests weisen Antigen-Schnelltests genetisches Material nach, statt Virus-Erbsubstanz jedoch Protein, und zwar Fragmente des Virus-Oberflächenproteins. Als Probenmaterial dient ein Nasen-Rachen-Abstrich, der nach Übertragen in eine Lösung auf einen Teststreifen aufgetragen wird. Das ­Ergebnis lässt sich nach weniger als 30 Minuten ablesen.

Jedoch war bislang unklar, wie valide die Testergebnisse sind. Weisen positive Ergebnisse verlässlich Infizierte nach? Und bedeuten negative Ergebnisse, dass man tatsächlich nicht in­fiziert ist?

Testergebnis negativ: sicher?

Um dies zu prüfen, hat ein Team der Charité Berlin und der Universität Kiel unter Leitung von Prof. Dr. Christian Drosten sieben Antigentests analysiert und die Studie am 13. November 2020 als Preprint veröffentlicht.1

Untersucht wurden solche Tests, die Ende September bis Anfang Oktober entweder bereits auf dem deutschen Markt verfügbar oder als Prototyp-Produkt in Deutschland erhältlich ­waren.

Spezifität und ­Sensitivität

Die Spezifität gibt den Anteil der Personen in Prozent mit negativem Testergebnis unter den Nicht-Infizierten an. Vereinfacht gesagt, die Spezifität gibt an, wie häufig der Test bei Gesunden negativ ist.

Die Sensitivität gibt den Anteil der Personen in Prozent mit positivem Testergebnis unter den Infizierten an. Vereinfacht gesagt, die Sensitivität gibt an, wie häufig der Test bei Vor­liegen einer bestimmten Krankheit positiv ist.

Das Forscherteam wandte die Tests auf eine Reihe von Proben an: gelagerte Proben mit bekannter SARS-CoV-2-Viruslast, synthetisches SARS-CoV-2-Protein, Patienten-Proben mit anderen Atemwegserregern, Abstriche von gesunden Freiwilligen sowie Zellkulturproben mit endemischen und neu auftretenden Coronaviren.

Um einen Test bewerten zu können, werden zwei Maßgrößen herangezogen: Die Sensitivität und die Spezifität.

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