Sachsen will Restaurants schon bald wieder öffnen – nirgendwo steigt Infizierten-Zahl so rasant wie in Russland

Die Coronavirus-Pandemie hält die Welt weiterhin in Atem: Mehr als drei Millionen Menschen haben sich bereits weltweit mit dem neuartigen Virus infiziert – 163.465 davon in Deutschland. Alle Meldungen zur Corona-Krise und dem Kampf gegen die Verbreitung des Virus finden Sie im News-Ticker von FOCUS Online.

  • Die Länder-Übersicht in der Live-Karte zum Virus-Ausbruch und das Covid-19-Radar mit Zahlen und Fakten

Vorbild Sachsen-Anhalt: Nun wollen auch andere Länder Kontaktsperre lockern

Topmeldung 06.14 Uhr: Sachsen-Anhalt war für viele andere Länder überraschend am Samstag vorgeprescht: Ab heute dürfen fünf Menschen zusammen unterwegs sein, auch wenn sie nicht in einem Haushalt leben. Offenbar wollen die Bundesländer nun nachziehen, wie die "Bild"-Zeitung unter Berufung auf eine Telefonkonferenz der Staatskanzleien vor dem Corona-Gipfel mit Kanzlerin Merkel berichtet. Auch für die Gastronomie wollen die Länder bei dem Treffen am Mittwoch einen Plan vorlegen.

Die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen hat derweil bei der Kita-Öffnung in der Corona-Pandemie mit einem Alleingang gedroht, sollte Kanzlerin Angela Merkel am kommenden Mittwoch mit den Ministerpräsidenten keinen einheitlichen Kurs beschließen. "Ich möchte jetzt gerne unseren Weg gehen. Wir lassen uns nicht noch eine Woche vertrösten", sagte NRW-Familienminister Joachim Stamp (FDP) im "Morning Briefing"-Podcast von Gabor Steingart. Zwar sollten sich Erzieher und Tagespflegepersonal in der derzeitigen Situation sicher fühlen können, aber andererseits müssten auch die Kinder möglichst zügig zurück in die Betreuung. dpa/Federico Gambarini/dpa Joachim Stamp (FDP), Familienminister von NRW, steht vor der Presse.

"Wir haben als Familienminister klare Wege aufgezeigt. Es gibt ein Konzept der schrittweisen Öffnung", sagte Stamp weiter. Dieses sehe vier Phasen vor – "von der Notbetreuung über die erweiterte Notbetreuung bis zum improvisierten Regelbetrieb und schließlich dem Regelbetrieb." Man sei nun in der zweiten Phase so weit, einen improvisierten Regelbetrieb ins Auge fassen zu können.

Söder stellt Forderung ans RKI: Wir brauchen verlässliche Zahlen, nach denen wir entscheiden können

Topmeldung (06.11 Uhr): Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder war am Sonntagabend zugeschaltet zur ARD-Talkshow von Anne Will. Dabei ging es um das Thema, wann Deutschland wieder richtig hochfährt, auch im Sinne der zerbröselnden Wirtschaftskraft. Will fragte Söder zum kommenden Mittwoch und den Lockerungen, die dann vielleicht entschieden würden. Es gebe Gerüchte, dass es wieder erlaubt werden könnte, mit fünf Personen gleichzeitig zusammenzukommen, wie es Sachsen-Anhalt an diesem Wochenende bereits entschieden hat. Söder verneinte, dass er Kenntnis von solch einem Plan habe und kritisierte stattdessen durch die Blume die wissenschaftlichen Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts in den vergangenen Wochen.

„Wissen Sie, was vielleicht das Allerwichtigste wäre für uns alle? Dass wir vom Robert-Koch-Institut mal eine verlässliche Zahl bekommen, ab wann wie es gefährlich wäre. Wir haben jetzt das Problem, dass wir verschiedene Zahlen haben und diese verschiedenen Zahlen manchmal auch für etwas Verwirrung sorgen. Leider auch von all denjenigen, die bewusst versuchen, Wissenschaft zu diskreditieren oder anzuzweifeln. Wenn wir jetzt mal einen Zahlenkomplex bekommen, der uns sagt, ab jenem Punkt, ab jener Zahl, ist es verantwortlich oder ist es nicht verantwortlich, Dinge zu entscheiden, dann glaube ich, können wir nicht nur einfach mit politischer Mehrheit, sondern auch mit gutem Gewissen vertretbar die nächsten Schritte machen.“ dpa/Sven Hoppe/dpa Bayerns Ministerpräsident Markus Söder trägt eine Schutzmaske.

Er meine damit die Reproduktionszahl, die Zahl der Infektionen, der Genesenen. „Wir haben ja in den vergangenen Wochen sehr unterschiedliche Gewichtungen vorgenommen. Wenn wir uns da auf ein bestimmtes Zahlenwerk einigen. Ab welcher Zahl beispielsweise des Reproduktionsfaktors wir wieder mit langsameren Maßnahmen agieren müssen, vielleicht sogar wieder etwas zurückdrehen müssen, dann glaube ich wäre allen Ländern besser geholfen, als wenn wir Woche für Woche versuchen, solche Einzelschritte zu machen, die zum Teil den Infektionsgeschehen in einzelnen Ländern nicht mehr Rechnung tragen.“

  • Mehr zur Sendung lesen Sie in der TV-Kolumne von FOCUS Online 

Sie finden hier die aktuell gemeldeten Zahlen der Gesundheitsministerien der Länder.

  • Baden-Württemberg: 32.389 (1422 Todesfälle)
  • Bayern: 43.204 (1933 Todesfälle)
  • Berlin: 6004 (154 Todesfälle)
  • Brandenburg: 2989 (151 Todesfälle)
  • Bremen: 893 (31 Todesfälle)
  • Hamburg: 4834 (164 Todesfälle)
  • Hessen: 8514 (370 Todesfälle)
  • Mecklenburg-Vorpommern: 699 (18 Todesfälle)
  • Niedersachsen: 10.386 (462 Todesfälle)
  • Nordrhein-Westfalen: 33.412 (1287 Todesfälle)
  • Rheinland-Pfalz: 6147 (177 Todesfälle)
  • Saarland: 2598 (140 Todesfälle)
  • Sachsen: 4731 (167 Todesfälle)
  • Sachsen-Anhalt: 1579 (45 Todesfälle)
  • Schleswig-Holstein: 2733 (113 Todesfälle)
  • Thüringen: 2353 (95 Todesfälle)

Gesamt: Stand 03.05., 18.51 Uhr, 163.465 (6729 Todesfälle)

Vortag: Stand 02.05., 18.32 Uhr, 162.760 (6659 Todesfälle)

Quelle zu Infizierten- und Todeszahlen: Landesgesundheits- und Sozialministerien.

Die Zahl der Geheilten liegt laut Robert-Koch-Institut in Deutschland bei rund 130.600

Aktuell vom RKI gemeldete Reproduktionszahl: 0,74 (Stand 03.05.)

  • Lesen Sie auch: Lockerungen oder Lockdown: Welche Regeln bei Ihnen gelten – und was sich ändert

Alle weiteren Meldungen zum Coronavirus im News-Ticker:

US-Regierung sieht "überwältigende Beweise" für Labor-Theorie

06.01 Uhr: US-Außenminister Mike Pompeo hat China in der Debatte über den Ursprung der Coronavirus-Pandemie erneut scharf attackiert. Es gebe "überwältigende Beweise" dafür, dass der neuartige Erreger aus einem Labor in der chinesischen Stadt Wuhan stamme, sagte Pompeo am Sonntag dem TV-Sender ABC. Zum Vorwurf, das Virus sei absichtlich freigesetzt worden, äußerte sich der frühere CIA-Direktor nicht. AP US-Präsident Donald Trump, Vizepräsident Mike Pence und Außenminister Mike Pompeo

Bereits in der Vergangenheit sei die Welt durch Viren aus chinesischen Laboren in Gefahr gebracht worden, sagte Pompeo. China sei bekannt dafür, "die Welt zu infizieren und minderwertige Labore zu betreiben". Der US-Außenminister warf Peking mit Blick auf die Corona-Krise eine "kommunistische Desinformationskampagne" vor. China blockiere außerdem weiterhin die Beteiligung von Experten aus westlichen Ländern an den Untersuchungen zum Coronavirus.

US-Präsident Donald Trump hatte China im Streit um den Ursprung der Coronavirus-Pandemie am Donnerstag mit neuen Strafzöllen gedroht. Neben den USA verlangen auch eine Reihe weiterer Staaten von China mehr Transparenz. Den chinesischen Behörden zufolge ging das Coronavirus von einem Fisch- und Wildtiermarkt in Wuhan auf den Menschen über.

Seit Monaten gibt es aber Spekulationen, das Virus könnte in dem Wuhan-Institut für Virologie durch einen Unfall freigesetzt oder sogar absichtlich geschaffen worden sein. Die chinesischen Behörden weisen solche Theorien entschieden zurück.

705 neue positive Corona-Tests in Deutschland – Zahl der Todesfälle erneut unter 100

05.55 Uhr: Die Zahl der neuen positiven Corona-Tests ist im Vergleich zum Vortag erneut knapp gesunken. Während am Samstag knapp unter 800 neue Infektionen gemeldet wurden, sind es heute lediglich 705. Damit steigt die Zahl der bestätigten Corona-Fälle im Land auf 163.465. Hinzugekommen sind 70 Todesfälle, womit nun 6729 Menschen in Deutschland an den Folgen der Covid-19-Erkrankung gestorben sind. Die Reproduktionszahl liegt bei 0,74. dpa/Sven Hoppe/dpa/Symbolbild Eine Mitarbeiterin bereitet Proben von Menschen mit Covid-19 Verdacht für die weitere Analyse vor.

Auch heute sei darauf hingewiesen, dass die Zahlen gewöhnlich am Wochenende unter denen liegen, die unter der Woche mitgeteilt werden. Das liegt vor allem am Meldesystem. Während die Zahl der neuen positiven Tests zuletzt unter der Woche häufig zwischen 1300 und 1600 schwankte, liegt sie nun den zweiten Tag in Folge deutlich unter der vom RKI anvisierten Grenze von 1000 Neuinfektionen.

Bericht: Schutzschirm für Zahnärzte und Therapeuten geringer als geplant

05.14 Uhr: Ein geplanter Schutzschirm für Zahnärzte, Therapeuten und bestimmte Reha-Einrichtungen soll nach einem Medienbericht an diesem Dienstag in Kraft treten – allerdings für Zahnärzte in geringerem Umfang als ursprünglich vorgesehen. Nach der Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sollen Zahnärzte wegen ihrer Einnahmeausfälle zwar weiterhin 90 Prozent der Vergütung aus dem letzten Jahr erhalten, diese nun aber komplett zurückerstatten müssen, wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet. Geplant gewesen sei, dass sie am Ende des Jahres 30 Prozent der zu viel gezahlten Summe als zusätzliche Hilfe hätten behalten dürfen. dpa/John Macdougall/AFP-Pool/dpa Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) während einer Pressekonferenz.

Heilmittelerbringer wie Physiotherapeuten, Logopäden oder Ergotherapeuten erhalten dem Bericht zufolge 40 Prozent der Vergütung aus dem vierten Quartal 2019 als Einmalzuschuss. Einrichtungen des Müttergenesungswerks und gleichartige Einrichtungen sollen wie bereits stationäre Rehabilitationseinrichtungen 60 Prozent ihrer Einnahmeausfälle aus Mitteln der Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds ersetzt bekommen.

"Ausfuhrverbot war am schlimmsten": FDP wirft Bundesregierung außenpolitisches Versagen vor

04.04 Uhr: Der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff hat der Bundesregierung ein außenpolitisches Versagen in der Coronavirus-Krise vorgeworfen, das gemeinsames Handeln in Europa lange verhindert habe. „Die Europapolitik der Bundesregierung hat in der Coronavirus-Krise mehr Schaden angerichtet, als man in Berlin überblickt, weil zurzeit natürlich alle auf die Folgen der Pandemie im eigenen Land blicken“, sagte der FDP-Politiker der „Augsburger Allgemeinen“. „Am schlimmsten war das Ausfuhrverbot vom 4. März, als in der Lombardei unzählige Menschen dringend Hilfe brauchten“, kritisierte Lambsdorff den Stopp des Exports von medizinischer Schutzkleidung und Geräten.

„Deutschland hat mit diesem Ausfuhrverbot und den unabgestimmten Grenzschließungen eine Kettenreaktion ausgelöst, das hat dazu geführt, dass jeder nur noch versucht hat, sich alleine durchzuwursteln“,  sagte der stellvertretende FDP-Fraktionschef. „In Bergamo rückten schon die Lkw der Armee an, um die Toten abzutransportieren und Berlin sagte: „Wir geben nichts!“ Das war ein geradezu verstörendes Versagen der Bundesregierung, das in Italien eine enorme Verbitterung hervorgerufen hat“, kritisierte er. „Erst das Einschreiten der Kommission hat dafür gesorgt, dass man sich wieder untereinander half“, fügte er hinzu.

Trump rechnet mit Coronavirus-Impfstoff zum Jahresende

02.32 Uhr: US-Präsident Donald Trump rechnet mit einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus noch in diesem Jahr. "Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir bis zum Ende des Jahres einen Impfstoff haben werden", sagte Trump am Sonntagabend (Ortszeit) bei einer Veranstaltung des Senders Fox News in Washington, wo er sich Wählerfragen stellte.

Der prominente US-Regierungsberater und Immunologe Anthony Fauci hatte am Donnerstag im Sender CNN gesagt, er rechne im Idealfall im Januar mit einem Impfstoff. "Ich kann das aber nicht garantieren", schränkte er ein. Es gebe zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, die einen Impfstoff verzögern könnten. Trumps Regierung hat eine "Operation Warp-Geschwindigkeit" ins Leben gerufen, die eine beschleunigte Entwicklung eines Impfstoffes zum Ziel hat. dpa/Alex Brandon/AP/dpa US-Präsident Donald Trump hat Informationen auf Corona-Ursprung aus einem Labor.

Der Auftritt des Präsidenten am Sonntagabend fand am Lincoln-Memorial im Zentrum der US-Hauptstadt statt. Abraham Lincoln war von 1861 bis 1865 der 16. Präsident der USA. Zwei Fox-News-Moderatoren stellten Trump Fragen, die Wähler zuvor per Video bei dem Sender eingereicht hatten. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Amerika zusammen – zurück zur Arbeit".

Zahl der Corona-Fälle in Brasilien steigt auf über 100.000

Montag, 04. Mai, 00.07: Die Zahl der Corona-Fälle in Brasilien hat die Schwelle von 100.000 überschritten. Es seien 101.147 Infektionen nachgewiesen worden, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. 7025 Menschen seien nach einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus gestorben. Damit verzeichnet Brasilien inzwischen mehr Sterbefälle als Deutschland und weist die siebthöchste Zahl an Corona-Toten weltweit auf.

Experten gehen davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Infizierten in Brasilien deutlich über den offiziellen Angaben liegt, da dort nur schwer erkrankte Menschen auf das Coronavirus getestet werden.

Medienbericht: Länder wollen Rausgehen mit fünf Personen ermöglichen – Söder "weiß von nichts"

23.33 Uhr: In der nächsten Bund/Länder-Beratung mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) wollen Bundesländer laut einem Bericht der "Bild"-Zeitung eine Lockerung des Kontaktverbots durchsetzen. In einer vorbereitenden Telefonkonferenz der Chefs der Staatskanzleien für die Beratung am Mittwoch habe es geheißen, dass Zusammenkünfte von bis zu fünf Personen wieder erlaubt sein könnten – so wie bereits ab diesem Montag in Sachsen-Anhalt, berichtet die Zeitung (Online). Bisher gilt eine Begrenzung auf zwei Personen, die nicht zum selben Haushalt gehören.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU), der als derzeitiger Vorsitzender der Ministerpräsidentenkonferenz die Länder koordiniert, sagte in der ARD-Sendung "Anne Will" am Sonntagabend auf die Frage nach der Ausweitung auf bis zu fünf Personen: "Davon weiß ich nichts." Er fügte hinzu: "Geredet wird viel."

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