Schon ab 2 Gläsern pro Tag: Wer Light-Getränke trinkt, hat höheres Herzinfarkt-Risiko

Dass Softdrinks nicht die gesündesten Getränke sind, ist weitgehend bekannt. Wer aber denkt, es mit Light-Getränken besser zu machen, liegt ebenfalls falsch: Forscher der Weltgesundheitsorganisation haben nun herausgefunden, dass Softdrinks, egal ob zucker- oder süßstoffhaltig, das Sterberisiko erhöhen.

Schon zwei Gläser, also ein halber Liter Softdrinks pro Tag, erhöht das Sterberisiko verschiedenster Krankheiten. Dabei macht es keinen Unterschied, ob die Getränke mit normalem Zucker oder Süßungsmitteln gesüßt sind. Zu diesem Ergebnis kam eine europaweite Langzeitstudie der Weltgesundheitsorganisation (WHO), deren Ergebnisse im Fachjournal „Jama“ veröffentlicht wurden.

Die Forscher der Internationalen Agentur für Krebsforschung der WHO fanden heraus, dass zwei Gläser á 250 Milliliter pro Tag egal welches Softdrinks die Sterblichkeit steigern können. Demnach ist das Sterberisiko dieser Limonaden-Konsumenten um 17 Prozent höher als das von Menschen, die weniger als ein Glas der Softdrinks im Monat zu sich nehmen.

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Light-Getränke erhöhen Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Sterblichkeitsrate für Menschen, die mit normalem Zucker gesüßte Getränke zu sich nahmen, stieg vor allem für Erkrankungen des Verdauungstrakts. Diejenigen, die Light-Produkte konsumierten, hatten öfter Probleme mit dem Herz-Kreislauf-System.

Zuckerhaltige Getränke stellen laut der Studie ebenso für übergewichtige wie normalgewichtige Menschen eine Gefahr dar. Die Wissenschaftler vermuten, dass das am hohen glykämischen Index der mit Zucker gesüßten Getränke liegen könnte. Denn dieser erhöhe den Glukosewert im Blut und könne so zu Insulinresistenz und Entzündungen führen.

Für beide Arten Softdrinks steigt laut der WHO-Studie auch das Risiko für Parkinson, nicht aber für Alzheimer oder Krebs.

Den Zusammenhang zu Krebs stellte allerdings im Juli eine weitere Studie her:

Forscher, unter anderem von der Universität Paris, begleiteten im Rahmen der großangelegten Studie „ NutriNet-Santé“ mehr als 100.000 französische Erwachsene über einen Zeitraum von etwa fünf Jahren. Dabei fanden sie heraus, dass schon 100 Milliliter zucker- oder süßstoffhaltiger Getränke am Tag das Risiko für Krebs im Allgemeinen um bis zu 18 Prozent steigern kann, das für Brustkrebs sogar um 22 Prozent.

Auch weitere Untersuchungen haben sich mit den Folgen von gesüßten Softdrinks beschäftigt:

Die American Heart Association veröffentliche bereits im Februar eine Studie, in der sie feststellte, dass der Konsum von zwei oder mehr gesüßten Getränken pro Tag das Risiko für verschiedene Herzkrankheiten steigern kann. Dazu zählen Schlaganfälle, die durch einen Blutklumpen ausgelöst wurden und Herzinfarkte.

Light-Getränke sollen Risiko für verschiedene Krankheiten erhöhen

Außerdem weist die „Harvard School of Public Health“ daraufhin, dass auch früher schon Studien auf einen Zusammenhang zwischen Light-Getränken und dem Risiko für Schlaganfall, Demenz, Typ-2-Diabetes, Fettleibigkeit und dem metabolischen Syndrom, das wiederum zu Herzerkrankungen und Diabetes führen kann, schließen ließen.

Für ihre aktuelle WHO-Studie begleiteten die Forscher mehr als 450.000 Menschen aus zehn europäischen Ländern teilweise bis zu 19 Jahre lang. 41.693 von ihnen starben während des Zeitraums.

Zu Beginn der Studie klärten die Forscher die generellen Ernährungsgewohnheiten er Teilnehmer in einem Erstgespräch und ließen sie im Anschluss – je nach Land – entweder regelmäßig Fragebögen zu ihrer Ernährung und ihrem Gesundheitszustand ausfüllen oder führten mit ihnen persönliche Interviews dazu.

Beobachtungsstudien können keinen Kausalzusammenhang herstellen

Diese und alle ähnlichen Studien sind allerdings mit Vorsicht zu genießen: Sie können nur beobachten, aber keine direkten Zusammenhänge zwischen Auslöser und Erkrankung herstellen.

Weshalb genau die Wahrscheinlichkeit für manche Krankheiten höher war, lässt sich also nur schwer definieren – ob es nun die Zuckerart, ein bestimmtes Getränk, Fettleibigkeit oder ein Auslöser, der in der Studie nicht beobachtet wurde, war, können die Forscher so nicht herausfinden.

Generell spricht allerdings vieles dafür, auf gesüßte Getränke zu verzichten. Wem Wasser allein zu langweilig ist, der könnte laut Ernährungswissenschaftler Rahaf Al Bochi von der amerikanischen „Academy of Nutrition and Dietetics“ zum Beispiel auf Fruchtschorlen zurückgreifen. Aber auch hierfür gibt es eine Regel: Es sollten nicht mehr als 120 Milliliter Saft pro Tag sein, wie er „CNN“ erklärt.

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