Spahn beteuert: Mehr als genug Schnelltests verfügbar

NRW holt vor den Osterferien alle Schüler schrittweise zurück

Nordrhein-Westfalen holt ab 15. März auch alle Schüler der weiterführenden Schulen zumindest tageweise in die Klassen zurück. Geplant sei vorerst bis zu den Osterferien ein Unterricht bei halbierter Klassenstärke im Wechselmodus, schrieb das Schulministerium des bevölkerungsreichsten Bundeslandes in einer Mail an die Schulen. Kein Schüler solle dabei länger als eine Woche ohne Präsenzunterricht sein.

Für die Grundschüler und Förderschüler der Primarstufe, die bereits am 22. Februar als erste wieder in halber Klassenstärke und im Wechselmodus in die Schulen zurückgekehrt waren, bleibe es dabei. "Die derzeit geltenden Vorgaben für die Ausgestaltung des Wechsels aus Präsenz- und Distanzunterricht werden unverändert bis zu den Osterferien 2021 fortgesetzt." Auch die Abschlussjahrgänge hatten am 22. Februar bereits zu den ersten Rückkehrern gehört.

Bundespräsident Steinmeier ruft zum gemeinsamen Gedenken für Corona-Opfer auf

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zum gemeinsamen Gedenken für die Opfer der Corona-Pandemie aufgerufen. Viele Menschen im Land seien seinem Aufruf gefolgt, als Zeichen der Trauer und Anteilnahme ein Licht ins Fenster zu stellen, sagte Steinmeier bei einem Treffen mit Hinterbliebenen im Schloss Bellevue in Berlin. Dafür sei er sehr dankbar. "Ich glaube aber, dass wir der Verstorbenen auch gemeinsam, als Gemeinschaft gedenken sollten."

Steinmeier rief dazu für den 18. April auf. An diesem Tag ist eine Gedenkfeier der Staatsspitze mit Hinterbliebenen geplant. "Und ich würde mich freuen, wenn an diesem Tag die Menschen überall in unserem Land der Verstorbenen gedenken." Als Bundespräsident halte er es für sehr wichtig, dass innegehalten werde, um gemeinsam in Würde Abschied zu nehmen von den Verstorbenen in der Zeit der Pandemie – auch von jenen, die nicht dem Virus zum Opfer gefallen seien, aber genauso einsam gestorben seien, sagte Steinmeier.

Eilantrag erfolglos – Keine sofortige Corona-Impfung für Krebskranken

Das Bundesverfassungsgericht hat den Eilantrag eines älteren krebskranken Mannes aus Bayern abgewiesen, der vor seiner Chemotherapie sofort gegen das Coronavirus geimpft werden wollte. Der Mann, der eigentlich erst in der zweiten Impfgruppe an der Reihe ist, habe "nicht hinreichend nachvollziehbar vorgetragen", warum ihm durch das Abwarten ein schwerer Nachteil entstehe, heißt es in der Entscheidung. Der Beschluss vom 22. Februar wurde in Karlsruhe veröffentlicht. (Az. 1 BvQ 15/21)

Spahn: Mehr als genug Schnelltests verfügbar

Vor dem geplanten Start massenhafter Corona-Schnelltests ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) Befürchtungen über einen möglichen Mangel an ausreichenden Tests entgegengetreten. "Von diesen Schnelltests sind mehr als genug da, sie sind verfügbar, sind einfach bestellbar", sagte Spahn in Berlin. "Die Hersteller sagen uns, dass die Lager voll sind."

Ab Montag will der Bund für alle Bürger mindestens einmal pro Woche einen Schnelltests finanzieren. Getestet werden soll in lokalen Testzentren, welche die Kommunen mit Partnern organisieren. Zudem sollen das Personal in Schulen und Kitas sowie Schülerinnen und Schüler in jeder Präsenzwoche mindestens einen kostenlosen Schnelltest erhalten.

Die kostenlosen Schnelltests würden nicht überall gleich am Montag verfügbar sein, sagte Spahn. Er sei aber zuversichtlich, dass das Angebot zügig vor Ort umgesetzt werden könne. Jedes Testzentrum wisse, wo die bereits seit längerem verfügbaren Antigen-Schnelltests bestellbar seien.

Corona-Pressekonferenz in Berlin: „Es wird schwieriger, das Virus im Zaum zu halten“ – RKI-Chef Wieler warnt vor Mutanten

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), und Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) informieren in der Bundespressekonferenz in Berlin über die aktuelle Lage in der Coronavirus-Pandemie.

Spahn verteidigt die Entscheidungen von Bund und Ländern am Montag und kündigt eine deutliche Ausweitung vom Tests und Impfungen an. Test-Kits, auch für den Selbsttest, seien "mehr als genug" verfügbar, die Impfstoffverfügbarkeit werde seinen Worten zufolge im April derart hoch, dass die Impfzentren nicht mehr allein für die Impfungen zuständig sein werden. Die Hausärzte sollen dann auch "routinemäßig" in die Impfkampagne eingebunden werden.

RKI-Chef Wieler verweist auf die "besorgniserregende" Ausbreitung der sogenannten britischen Mutante. Auch die sogenannte südafrikanische Variante sei auf dem Vormarsch. "Es wird schwieriger, das Virus im Zaum zu halten." Wieler kündigt verstärkte Analysen von Proben an.

Der RKI-Präsident ruft weiterhin zum konsequenten Einhalten der AHA-Regeln auf, damit der Frühling weniger Infektionen, schwere Erkrankungen und Tote hervorbringt. "Das können wir erreichen."

Wieler appelliert an alle, die ein Impfangebot bekommen haben: "Lassen Sie sich impfen!" Alle zugelassenen Impfstoffe seien sicher und wirksam.

NRW-Ministerpräsident Laumann gibt einen Überblick über den Verlauf der Impfkampagne in seinem Bundesland. Die abgeschlossenen Impfungen in den Pflegeheimen zeigten demnach Wirkung, die Zahl der Infektionen dort sei deutlich zurückgegangen. Von rund 5000 im November auf circa 500 jetzt.

Jetzt gehe es darum, Beschäftigte in Arztpraxen, Behindertenwerkstätten, Lehrer, Erzieher und Polizisten in NRW zu impfen, so Laumann. Ab der letzten März-Woche sollen Hausärzte damit beginnen, chronisch Kranke zu impfen. 

RKI registriert 10.580 Corona-Neuinfektionen und 264 neue Todesfälle

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 10 580 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 264 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Freitag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 9997 Neuinfektionen und 394 neue Todesfälle verzeichnet. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen sind möglich.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Freitagmorgen bundesweit bei 65,4 – und damit etwas höher als am Vortag (64,7). Vor vier Wochen, am 5. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 79,9 gelegen. Ihr bisheriger Höchststand war am 22. Dezember mit 197,6 erreicht worden. 

Virologe Yong-Zhen Zhang


Dieser Mann entschlüsselte das Coronavirus – danach musste sein Institut schließen

„Nicht verstolpern“: Politiker mahnen trotz Öffnungsplan zur Vorsicht

Führende Politiker aus Bund und Ländern haben in der Corona-Pandemie zur Vorsicht gemahnt und daran erinnert, dass die Öffnungsperspektiven nicht unumkehrbar sind. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder sagte am Donnerstagabend in einem ARD-"Extra", in diesem "sehr ausbalancierten Konzept" gebe es Öffnungsperspektiven, aber vorsichtige mit Notbremse. "Es ist keine Einbahnstraße. Wenn die Zahlen wieder schlechter werden, werden die Öffnungen zurückgenommen", stellte Söder klar.

Auch Kanzleramtschef Helge Braun machte im ZDF-"heute journal" deutlich, bei steigenden Zahlen müsse es auch wieder Schließungen geben. "Wir werden nicht noch einmal akzeptieren, dass wir so nah an den Rand der Überlastung unseres Gesundheitswesens kommen wie wir das kurz vor Weihnachten waren", betonte der CDU-Politiker. Die Lockerungsbeschlüsse verteidigte Braun. "Nach vier Monaten braucht die Gesellschaft eine Perspektive", betonte Braun. Zugleich verwies er aber auf den Schutzmechanismus, der bei Überschreitung einer Sieben-Tages-Inzidenz von mehr als 100 auf 100.000 Einwohner wieder in Kraft tritt.

Städte und Gemeinden fordern von Bund Klärung zentraler Fragen bei Schnelltests

Die Verbände von Städten und Gemeinden haben auf eine rasche Klärung zentraler Fragen bei Corona-Schnelltests gepocht. "Damit es Montag losgehen kann, müssen Bund und Länder ausreichend Testkits beschaffen", sagte der Präsident des Deutschen Städtetages und Leipziger Oberbürgermeister, Burkhard Jung (SPD) der "Augsburger Allgemeinen". Die Enttäuschung beim Start der Impfkampagne dürfe sich nicht wiederholen.

"Testen und Öffnen sind ein gutes Gespann", sagte Jung dem Blatt. Aber Testen allein sei noch keine Strategie. Den Menschen müsse klar sein, "wofür sie einen bescheinigten negativen Schnelltest brauchen und wie alt er sein darf". Er wolle verhindern, dass Teststationen überrannt würden.

Quelle: Den ganzen Artikel lesen