Warum ich den „Lauftunnel“ brauche

Wenn alles zu viel wird, wenn alles zu laut wird, dann taucht unser Kolumnist ab. In eine andere Welt, wenigstens für eine Stunde. Hier verrät er, wie er das macht. Und warum das für ihn so wichtig ist.

Gerade in diesen Zeiten wünsche ich mir oft so sehr, die Welt einfach einmal draußen zu lassen. Erst Corona, dann der Krieg in der Ukraine. Jetzt die Inflation und ein Sommer mit Höchsttemperaturen, die klarmachen: Der Klimawandel geht uns alle etwas an. Wenn wir eine sichere Welt für unsere Kinder und die Generationen danach wollen, müssen wir aktiv werden.

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Und wir tun zu wenig. Stattdessen diskutieren wir, reden wir, schreiben uns die Finger in den sozialen Netzwerken blutig. Die Schlagzeilen sind oft geprägt von Skandalen, von Angst, von Bedenken und gar Drohungen. Das macht etwas mit uns, mit uns allen.

Der Weg zurück zur positiven Energie – durch das Laufen

Der Weg zurück zur positiven Energie, zum Glück im Alltag scheint schwer zu sein. Und genau das ist es doch, was wir unbedingt brauchen. Wann sind Sie das letzte Mal eine Woche am Stück mit einem Lächeln aufgestanden. Mit dem unbedingten Empfinden: Das wird ein guter Tag? Bei mir war das die letzte Woche so, und nur das Laufen ist dafür verantwortlich. Vielmehr eine Art des Laufens, die es ermöglicht, sich all der negativen Energie zu entledigen.

Lange habe ich es nicht mehr geschafft, mich in meinen eigenen Tunnel zu laufen. Eins mit mir und meinem Körper zu sein. Lange Zeit bin ich zwar gelaufen, aber nie hatte sich dieser Tunneleffekt einstellen wollen.

Zu viele Gedanken verhindern das „Tunnel-Laufen“

Es waren zu viele Gedanken, die mir immer wieder einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Dabei ist das „Tunnel-Laufen“ eigentlich ganz einfach – und doch so schwer. Im ersten Schritt achtet man nur auf die Atmung. Man versucht einen angenehmen und gleichförmigen Rhythmus zu finden. Schnelles Laufen ist hierfür komplett ungeeignet.

Kurzbiografie Mike Kleiß

Mike Kleiß treibt seit seiner Kindheit Sport. „Wer sich bewegt, erreicht mehr“, ist sein Lebensmotto. Das Laufen war immer sein Lieblingsthema. Seit sieben Jahren läuft er nahezu täglich zwischen 15 und 20 Kilometern, oft Marathon, manchmal Ultra-Marathon. Bisher hat unser Kolumnist zwei Bücher zum Thema Laufen veröffentlicht. Er ist Gründer und Geschäftsführer der Kommunikationsagentur GOODWILLRUN. Mike Kleiß lebt mit seiner Familie in Hamburg und in Köln. Er schreibt hier jeden Donnerstag über das Laufen.

Wer entspannen will, sollte nicht die nächste Bestzeit aufstellen wollen. Zum entspannten Atem-Rhythmus kommt nun der Bein-Rhythmus, den sie an das Atmen anpassen. Beide Rhythmen, Atmung und Beine, müssen perfekt übereinstimmen.

Stille

Auch wenn es nicht sofort gelingen will, weil zu viele Gedanken stören: Versuchen Sie es immer und immer wieder. Wer beide Faktoren in Einklang gebracht hat, wird sehr schnell spüren, dass es still wird. Dass die Geräusche um einen herum in den Hintergrund treten.

Man nimmt zwar wahr, man ist voll da, aber man läuft in seinem persönlichen Tunnel. Anfangs dauert dieser Moment nur einige Sekunden an. Die Welt bleibt draußen, bis beispielsweise ein Auto einen aus dem Tunnel reißt. Kein Grund, aufzugeben.

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Üben, üben, üben

Übung macht den Lauf-Tunnel-Meister. Schon sehr bald werden Sie einige Minuten durchhalten, wahre Champions schaffen es, diesen Zustand einen ganzen Lauf über durchzuhalten.

Der Lohn für die Tunnelübung ist enorm: Es gibt keinen Run mit mehr Erholung als den Tunnel-Lauf. Ich wage sogar zu behaupten, dass selbst ein intensiver, langer und gesunder Schlaf auf Augenhöhe mit dem Tunnel-Lauf ist, was den Erholungsfaktor angeht.

Frieden von der verrückten Welt

Zudem ist die gefühlte Schlafqualität nach einem solchen Lauf wesentlich besser. Der Körper war ganz bei sich – und ist es nach dem Schlaf noch sehr viel mehr. Ich habe mir angewöhnt, diese Art von Lauf mindestens zwei Mal pro Woche in mein Programm einzubauen.

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