Zweiter Rekordwert in Folge: RKI meldet über 81.417 Neuinfektionen – 316 Todesfälle

Am Donnerstagmorgen meldete das RKI den zweiten Rekordwert in Folge: 81.417 Neuinfektionen, die Inzidenz steigt weiter und liegt nun bei 427,7. Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht das Erreichen des ausgerufenen Impfziels in Gefahr. Alle Neuigkeiten zur Pandemie finden Sie hier im News-Ticker von FOCUS Online.

News zu Corona vom 13. Januar 2022

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  • Offizielle Statistik – Übersterblichkeit in Deutschland 2021

Lauterbach zweifelt am Erreichen des Impfziels

06.09 Uhr: Das Corona-Impfziel der Bundesregierung bis Ende Januar ist nach Einschätzung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach stark in Gefahr. Der SPD-Politiker sagte dem Nachrichtenportal "The Pioneer" (Donnerstag): "Es wird sehr schwer sein, das ist klar." Bis Ende Januar sollen nach den Plänen der Ampel-Koalition 80 Prozent der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft sein. Bis Mittwochmorgen erhielten 74,8 Prozent – oder 62,2 Millionen Menschen – mindestens eine Impfdosis.

Kay Nietfeld/dpa/Archivbild Karl Lauterbach spricht während einer Pressekonferenz zur Corona-Lage.  

Lauterbach sagte, über die Feiertage habe es einen Rückgang bei den Impfungen gegeben. "Daher muss man das wieder anschieben. Aber darüber lohnt es nicht zu lamentieren", sagte der Minister. "Wir müssen mit Hochdruck arbeiten." Am Dienstag wurden in Deutschland mehr als 710.000 Impfstoffdosen verabreicht, darunter 48.500 Erstimpfungen. Am Montag gab es mehr als 520.000 Impfungen, darunter 34.700 Erstimpfungen.

Zweiter Rekordwert in Folge: RKI meldet über 81.417 Neuinfektionen – 316 Todesfälle

Donnerstag, 13. Januar, 06.04 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert-Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erneut einen Höchststand erreicht. Die Gesundheitsämter meldeten laut RKI-Angaben von Donnerstagmorgen 81.417 Fälle in 24 Stunden. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 05.00 Uhr wiedergeben. Am Mittwoch hatte die Zahl erstmals die Schwelle von 80.000 überschritten. Vor genau einer Woche waren es 64.340 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 427,7 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 407,5 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 285,9 (Vormonat: 389,2).

Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 316 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 443 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.743.228 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Mittwoch 3,13 (Dienstag mit 3,34) an. Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Donnerstagmorgen mit 6 878 100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 115.051.

Trotz hoher Infektions-Zahlen: Dänemark lockert Corona-Beschränkungen

22.29 Uhr: Trotz vieler neuer Infektionen werden in Dänemark mehrere Corona-Beschränkungen gelockert. Zoos, Vergnügungsparks, Museen, Kunsthallen und andere Einrichtungen dürfen von Sonntag an wieder öffnen, ebenso wie Kinos und Theater mit einer Obergrenze bis zu 500 Besuchern. Dies kündigte die Regierung am Mittwochabend in Kopenhagen an. Vielerorts muss man aber per Corona-Pass vorzeigen, dass man geimpft oder genesen ist beziehungsweise negativ getestet wurde. Carsten Rehder/dpa

In dem Sechs-Millionen-Einwohner-Land wurden zuletzt mehrfach mehr als 20.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Nach offiziellen Angaben macht die besonders ansteckende Omikron-Variante mittlerweile 96 Prozent aller neuen Infektionen aus. Gesundheitsminister Magnus Heunicke verwies jedoch darauf, dass die zwischenzeitlich steil gestiegene Kurve wieder abflache. Die Lage auf den Intensivstationen werde besonders genau beobachtet. Man habe die Lage dort im Griff.

Der Gesundheitsminister kündigte darüber hinaus an, dass besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen die Möglichkeit einer vierten Impfung gegeben werde. Fast 55 Prozent aller Menschen in Dänemark haben bereits eine Auffrischimpfung erhalten.

Lauterbach verzichtet auf eigenen Vorschlag zur Impfpflicht

20.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verzichtet auf einen eigenen Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht. Dem Nachrichtenportal "The Pioneer" sagte der SPD-Politiker am Mittwoch: "Ich habe mich entschieden, keinen eigenen Antrag zu präsentieren, sondern da neutral zu sein." Dem Parlament einen eigenen Entwurf zu präsentieren, wäre auf jeden Fall "keine so kluge Idee". Als Gesundheitsminister müsse er "eine gewisse Neutralität" haben.

In der Sache stehe er aber "Schulter an Schulter" mit Bundeskanzler Olaf Scholz (ebenfalls SPD), versicherte Lauterbach. "Wir sind klare Befürworter der Impfpflicht." Besonderen Zeitdruck sieht der Minister nicht. Für die Omikron-Variante spiele die Impfpflicht sowieso keine entscheidende Rolle mehr. Sie müsse perspektivisch funktionieren, "damit im Herbst die Welle abgewendet werden kann". Kay Nietfeld/dpa/Archivbild Karl Lauterbach spricht während einer Pressekonferenz zur Corona-Lage.

Norwegen: Risiko für Krankenhaus-Einweisung bei Omikron 69 Prozent niedriger

18.03 Uhr: Im Fall einer Ansteckung mit der Omikron-Variante des Coronavirus ist das Risiko einer Krankenhauseinweisung nach Berechnungen der norwegischen Gesundheitsbehörden 69 Prozent geringer, als bei Ansteckungen mit der Delta-Variante. Das erklärte das norwegische Gesundheitsinstitut FHI am Mittwoch in seinem Wochenbericht zur Corona-Pandemie. "Die Omikron-Variante hat ein wesentlich geringeres Risiko als die Delta-Variante, bei infizierten Personen eine schwere Form der Krankheit zu entwickeln – zumindest wenn sie geimpft sind."

Die Omikron-Variante wurde laut FHI bei 32 Prozent der Corona-Patienten nachgewiesen, die in der ersten Woche des Jahres 2022 in Norwegen ins Krankenhaus kamen. Vier Wochen zuvor lag der Anteil noch bei 1,7 Prozent. Im selben Zeitraum hatte sich die Variante bei den Ansteckungen allerdings großflächig druchgesetzt und machte zuletzt rund 90 Prozent der Neuinfektionen aus.

Die norwegischen Behörde bereiten sich dennoch auf eine starke Belastung des Gesundheitssystems in den kommenden Monaten vor. In den Monaten Januar bis März dürften sich demnach "mehrere hunderttausend" Menschen infizieren. Das FHI rechnet mit Höchstwerten von bis zu 50.000 Ansteckungen pro Tag. Norwegen hat rund 5,4 Millionen Einwohner.

SchleswigHolstein lässt Luca-Lizenz auslaufen

16.48 Uhr: In Schleswig-Holstein wird die Lizenz für die Luca-App nicht verlängert. Die Entscheidung zur Kündigung mit Wirkung zum März sei vor allem deshalb gefallen, weil die Corona-Landesverordnung seit September 2021 keine Pflicht mehr zur Erhebung der Kontaktdaten beinhaltet, wie eine Sprecherin des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Da sich dies – entgegen anderslautender Anregungen von unserer Seite, zum Beispiel mit Blick auf Veranstaltungen und Gastronomie – nicht geändert hat, besteht kein Grund, an Luca festzuhalten." Über die Entscheidung berichtet auch die "Neue Osnabrücker Zeitung".

Christoph Soeder/dpa/Archivbild «Check-In» steht am Eingang eines Bekleidungsgeschäftes in der Luca-App einer Person.  

Die Luca-App soll Restaurantbesitzern und Event-Veranstaltern helfen, die gesetzlich vorgeschriebene Erfassung der Kontakte der Besucher ohne Zettelwirtschaft zu erledigen.

Die Anwendung ist seit Monaten Gegenstand einer öffentlichen Kontroverse. Zuletzt entzündete sich die Kritik an einem Vorfall in Mainz. Dort hatte die Polizei gemeinsam mit dem Gesundheitsamt bei der Suche nach Zeugen eines tödlichen Sturzes in einer Gaststätte auf Daten aus der Luca-App zurückgegriffen. Danach hatten einzelne Politiker öffentlich dazu aufgerufen, die Luca-App von den mobilen Telefonen zu löschen, und die Bundesländer aufgefordert, auslaufende Verträge mit dem Anbieter nicht zu verlängern.

Schweizer Kanton bereitet Pflichteinsatz von Pflegefachleuten vor

15.20 Uhr: Der Schweizer Kanton Graubünden will Menschen mit Pflegefachausbildung bei Bedarf zum Einsatz in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen verpflichten. Das teilte die Kantonsregierung am Mittwoch in Chur mit. Begründet wird das damit, dass es aufgrund der Omikron-Welle zu Engpässen und Ausfällen von Personal kommen könnte.

Die Behörden ordneten an, dass sich Pflegefachkräfte, die zurzeit nicht in ihrem Beruf arbeiten, melden müssen. Das Gesundheitsgesetz erlaube es, "Gesundheitsfachpersonen zur Mitwirkung bei der Verhütung und Bekämpfung übertragbarer Krankheiten des Menschen" zu verpflichten.

Die gemeldeten Infektionen liegen in der Schweiz markant höher als in Deutschland. Innerhalb von 14 Tagen haben sich nach den Meldezahlen dort zuletzt statistisch 3467 von 100.000 Einwohnern angesteckt. In Deutschland wird diese Inzidenz über sieben Tage angegeben. Sie lag am Mittwoch bei 407,5.

Steigende Coronazahlen – Tunesien führt wieder Ausgangssperre ein

15.10 Uhr: Tunesien hat im Zuge steigender Coronainfektionen erneut eine nächtliche Ausgangssperre verhängt. Diese gelte zunächst von Donnerstag an für zwei Wochen zwischen 22 und fünf Uhr, meldete die Staatsagentur TAP unter Berufung auf das Präsidialamt am Mittwoch. Zudem seien Demonstrationen in dem Zeitraum verboten.

In dem nordafrikanischen Staat mit 11,5 Millionen Einwohnern wurden laut Gesundheitsministerium zuletzt fast 4900 Corona-Neuinfektionen gemeldet, gut ein Viertel aller Tests war positiv.

Madrid erwägt Lockerung der Corona-Überwachung – und erntet Kritik

14.33 Uhr: Eine von der spanischen Regierung angedachte Lockerung der Überwachung der Corona-Infektionen zur Entlastung des überforderten Gesundheitswesens stößt auf viel Widerstand. "Es gibt Maßnahmen, auf die nicht verzichtet werden kann. Bis diese Welle vorüber ist, ist es nicht ratsam, das System zu ändern", sagte der Vizepräsident der Spanischen Gesellschaft für Epidemiologie, Óscar Zurriaga, am Mittwoch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Isabel Infantes/EUROPA PRESS/dpa Menschen stehen vor einer Apotheke in Madrid an, um einen Schnelltest zu kaufen.  

Der Professor an der Universität Valencia betonte: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei und wir wissen nicht, wohin sie uns noch führen wird." Man könne Covid-19 nicht mit einer Grippe vergleichen. "In einer schlechten Grippesaison kann es bei uns rund 1500 Todesfälle geben." Bei Corona gebe es weiterhin deutlich höhere Zahlen.

Ministerpräsident Pedro Sánchez hatte am Montag im Interview des Radiosenders "Cadena Ser" erklärt, spanische Experten arbeiteten "seit Wochen" daran, Covid-19 etwa wie eine Grippe zu behandeln und die Entwicklung der Infektionsfälle anhand eines Wächtersystems zu überwachen. Man müsse berücksichtigen, dass Covid-19 sich von einer Pandemie zu einer endemischen Krankheit entwickle, auf die man mit neuen Instrumenten reagieren müssen. Der sozialistische Politiker stellte derweil klar, dass man keinen Alleingang anstrebe: "Wir versuchen, eine Debatte auf europäischer Ebene anzustoßen."

13.00 Uhr: Auch die bayerische Staatsregierung ist vor Corona nicht gefeit. Die Fraktion der Freien Wähler befindet sich geschlossen in Isolation. Das bestätigt der Vorsitzende der FW-Fraktion im Landrat, Florian Streibl, FOCUS Online auf Nachrage. Betroffen sind auch die drei Minister der FW, darunter der stellvertretende Ministerpräsident Hubert Aiwanger.

Streibl zu FOCUS Online: "Sechs Abgeordnete und fünf Mitarbeiter hatten gestern ein positives Testergebnis. Ein Großteil der Abgeordneten war am Dienstag bei der Fraktionssitzung anwesend und hatte damit potentiell Kontakt zu infizierten Kollege. Wir haben sofort reagiert: Alle positiv Getesteten begaben sich unverzüglich in Quarantäne. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verbleiben bis mindestens Ende der Woche im Homeoffice. Für die am Dienstag negativ getesteten Kolleginnen und Kollegen gelten die allgemeinen Regeln für Kontaktpersonen. Diese richten sich nach dem jeweiligen Impf- und Genesenenstatus. In Abstimmung mit dem Landtagsamt werden sich alle Abgeordneten und Mitarbeiter in den nächsten Tagen erneut auf das Coronavirus testen lassen. Wie lange die Isolation der betroffenen, positiv getesteten Kollegen andauern wird, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch niemand abschätzen."

Essener Chefvirologe Dittmer: Keine vierte Impfung – Omikron wird wie Grippe

12.48 Uhr: Laut dem Essener Chefvirologen Ulf Dittmer wird eine vierte Impfung in Deutschland nicht notwendig sein: "Es gibt evolutionär keinen Weg zurück zu einem tödlicheren Virus", sagte der Mediziner im Videocast"19 – die Chefvisite" mit Blick auf meist milde Krankheitsverläufe bei der Omikron-Mutation.

Bernd Thissen/dpa/Archivbild Ulf Dittmer, Direktor des Instituts für Virologie der Uniklinik Essen.  

Diese setze sich nicht in der tiefen Lunge, sondern in den oberen Atemwegen fest, um sich besser zu verbreiten – diesen "Vorteil" werde das Virus nicht mehr aufgeben.

Von einer vierten Impfung ist Dittmer aktuell nicht überzeugt: Sie sei nur sinnvoll mit "an Omikron angepassten Impfstoffen". Damit sollten dann vor dem nächsten Winter insbesondere Risikogruppen geschützt werden – "sehr analog zur Grippeimpfung".

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