Blinddarmentzündungen bei Kindern: Antibiotika statt Operation

Die Standardbehandlung bei einer Blinddarmentzündung im Kindesalter ist eine Operation. Es geht aber auch anders, wie Ärzte in der Fachzeitschrift "Jama" berichten: In unkomplizierten Fällen reicht auch ein Antibiotikum. Kinder, die nur medikamentös behandelt werden, sind schneller wieder gesund, und langfristig betrachtet unterscheiden sich die Ergebnisse beider Behandlungsstrategien nicht.

67,1 Prozent der Kinder, die nur ein Antibiotikum bekommen hatten, litten weder unter schädlichen Nebenwirkungen noch benötigten sie später eine Operation. Sie waren durchschnittlich 6,6 Tage lang krank im Gegensatz zu 10,9 Tagen bei den Kindern, die operiert worden waren.

Schon 2015 hatten Dr. Peter Minneci und Dr. Katherine Deans vom Nationwide Children’s Hospital in Ohio gezeigt, dass Kinder mit einer unkomplizierten Blinddarmentzündung unter bestimmten Voraussetzungen auch ohne den Einsatz traditioneller Chirurgie behandelt werden konnten. Minneci erläutert die Vorteile: "Für eine Operation müssen die Patienten eine Vollnarkose bekommen. Dadurch besteht eine Wahrscheinlichkeit von ein bis zwei Prozent für eine größere und eine Wahrscheinlichkeit von fünf bis zehn Prozent für eine geringfügige Komplikation. Und die Kinder haben postoperative Schmerzen und Beeinträchtigungen."

Auch ein Jahr später keine Unterschiede

"Ein Umdenken bei der Behandlung von Patienten ist immer schwierig. Chirurgen tendieren eher zu einer Operation, die ein bewährtes und vertrauenswürdiges Verfahren ist. Viele Patienten möchten jedoch eine Operation vermeiden", erklärte Deans.

In der Studie wurde eine Entscheidungshilfe verwendet, um Eltern und Kinder über die Risiken und Vorteile beider Behandlungsoptionen aufzuklären. Es zeigte sich, dass es bei beiden Optionen ähnlich oft zu komplizierten Blinddarmentzündungen kam und die Zufriedenheit und Lebensqualität sich nach 30 Tagen und einem Jahr nicht unterschieden.

ZOU

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