FFP2-Maskenpflicht in Geschäften und ÖPNV – das müssen Sie zur Hygiene wissen

Von der Alltags- zur FFP2-Maskenpflicht: In Bayern sind die besonderen Schutzmasken ab Montag in Geschäften und in öffentlichen Verkehrsmitteln vorgeschrieben. Was Sie für Ihren Alltag mit der FFP2-Maske wissen müssen.

Bayern macht den Anfang, andere Bundesländer werden vermutlich nachziehen: Wer ab Montag einkaufen geht oder mit Bus und Bahn fährt, muss eine FFP2-Maske tragen. Diese gehörten ursprünglich zur Arbeitsschutzausrüstung spezieller Berufsgruppen. Seit Beginn der Corona-Pandemie kennen viele Menschen das Kürzel, das für „Filtering Face Piece“ steht – schützen diese Masken doch sehr zuverlässig vor den Sars-CoV-2-Viren, sowohl den Träger als auch andere.

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Wer bisher mit einer Mund-Nase-Bedeckung aus Stoff oder einer einfachen, medizinischen Maske seinen Alltag erledigt hat, fragt sich vermutlich: Wie lange kann ich eine FFP2-Maske tragen? Wie oft? Und lässt sie sich wiederverwenden? Wie lange bleibt die Schutzwirkung erhalten? Die Antworten im FFP2-Masken-Guide:

8 Stunden und mehr: So lange können Sie eine FFP2-Maske tragen

Die FFP2-Masken sind für den Arbeitsschutz gemacht und halten mindestens acht Stunden am Tag. Das erklärte Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach der Deutschen Presse-Agentur. Das gelte auch, wenn man die Zeit beim Tragen etwa im Bus und beim Einkaufen aufaddiere. „Mit acht Stunden ist man auf der sicheren Seite“, sagte Asbach. Manche Masken hielten sicher auch länger.

Ein Problem: Die Fasern der FFP2-Masken seien elektrisch geladen, erläuterte der Fachmann. So könne der Filtereffekt vergrößert werden, ohne den Atemwiderstand zu erhöhen. Mit der Zeit nutze sich die Ladung aber ab. Es gebe keine pauschale Angabe, wie lange das dauere.

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Lüften oder "backen": So können Sie FFP2-Masken wiederverwenden

Grundsätzlich sind FFP2-Masken als Einmalprodukte konzipiert. Doch angesichts der pandemischen Lage tragen die Menschen sie öfter und länger. Sie sind auch teurer als die einfachen OP-Masken.

 

Darum fördert das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte, kurz BfArM, momentan ein Forschungsprojekt an der Fachhochschule Münster und der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster. Die Wissenschaftler untersuchen einfache Verfahren, die das Risiko einer Infektion deutlich reduzieren, wenn FFP2-Masken im privaten Bereich wiederverwendet werden. Die bisherigen Ergebnisse veröffentlichten die Projektmitarbeiter in einem Informationsflyer.

1. Methode Lüften und trocknen lassen: Die Untersuchungen der Universitäten zeigen, dass sich die Menge der infektiösen Coronaviren nach sieben Tagen Aufbewahrung auf und in den Masken auf ein akzeptables Maß verringert.

Klare Empfehlung daher: Sie sollten eine FFP2-Maske nicht an aufeinanderfolgenden Tagen tragen, sondern frühestens wieder ab dem siebten Tag. Die Wissenschaftler raten außerdem diesen „Trockenzyklus“ nur fünf Mal zu wiederholen. Die zum fünften Mal getragene FFP2-Maske sollten Sie im Hausmüll entsorgen. Wegwerfen sollten sie den Schutz zudem, wenn Sie merken, dass eine Maske defekt ist, Sie direkt angehustet wurden oder eine Maske besonders beansprucht ist.

Wichtiger Hinweis der Forschenden: „Die Masken sollten nicht zum Trocknen auf/über die Heizung gelegt oder gehängt werden. 30 °C bis 40 °C sind für viele Bakterien und Pilze in feuchten Masken optimale Wachstumsbedingungen.“

2. Methode Desinfektion im Backofen: Das Coronavirus wird nahezu vollständig inaktiviert – bei richtiger Handhabung. Die Forschergruppe empfiehlt: Vor der Desinfektion im Ofen durch Hitze, muss die Maske mindestens bis zum nächsten Tag an der Luft trocknen!

Die Forscher geben eine Übersicht zu den unterschiedlichen Temperaturen:

  • Unter 70°C

Sars-CoV-2 kann infektiös bleiben und in der Maske befinden sich andere eigene Erreger der Nasen-, Rachen- und Hautflora.

  • Bei 80°C

Bei 80°C sind nach 60 Minuten Sars-CoV-2 vollständig inaktiviert, andere Erreger deutlich reduziert. Die Filterleistung bleibt erhalten; die elastischen Haltebänder können an Zugkraft verlieren.

  • Mehr als 105°C

Die Filterleistung kann deutlich beeinträchtigt werden und einzelne Kunststoffe können nicht sichtbare Materialschäden erleiden. Formstabile Masken (Körbchenmodelle) beginnen schon ab 90°C, sich zu verformen.

Heißt: Die Temperatur von 80 °C trockener Hitze soll weder unter- noch überschritten werden.

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Ganz konkret funktioniert die Backofen-Methode mit Ober- und Unterhitze 80 °C so:

  • Legen Sie Backpapier außerhalb des Backofens auf das saubere Backofenrost/Gitter.
  • Legen Sie die trockene Maske und ein Braten- bzw. Backofenthermometer auf das Backpapier, belassen es aber noch außerhalb des Ofens.
  • Stellen Sie den Backofen auf 80°C Ober- und Unterhitze (es ist nicht bekannt, ob sich bei Umluft/Heißluft Erreger von der Maske lösen können) ein.
  • Nach der Vorheizzeit schieben Sie das Rost samt Maske(n) in den Ofen. Achten Sie auf ausreichend Abstand der Masken zu Ober- und Unterboden des Ofens (ca. 10 cm; kleine Öfen sind ungeeignet).
  • Belassen Sie die FFP2-Maske 60 Minuten im geschlossenen Ofen, öffnen Sie diesen bitte nicht zwischendurch.
  • Stellen Sie den Ofen nach 60 Minuten ab und lassen die Maske anschließend auf dem Rost außerhalb des Backofens abkühlen.
  • Noch ein Hinweis: Dieses Verfahren eignet sich nicht für formstabile FFP2-Masken (Körbchenmodell) und Masken mit Atemventil.

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    Das richtige Tragen: So schützt die FFP2-Maske am besten

    Wichtig vorab: Keine Maske bietet einen hundertprozentigen Schutz. Das ruft der Präsident der Gesellschaft für Aerosolforschung, Christof Asbach, ins Gedächtnis. Nicht einmal, wenn sie perfekt getragen würden.

    Die Masken müssten den Anforderungen zufolge 94 Prozent der Partikel filtern – damit gingen immer noch sechs Prozent durch. „Man muss sich auch generell von der Vorstellung freimachen, dass es eine einzige Maßnahme gibt, die das Risiko einer Infektion auf null senkt“, sagte Asbach. Wichtig sei ein Mix.

    Eine FFP2-Maske biete nur dann den versprochenen Schutz, wenn sie eng anliege. Je nach Gesichtsform treffe das nicht bei jedem Modell zu. Luft – und damit eventuell auch Viren – ströme dann an den Seiten der Maske vorbei, erklärte Asbach. „Wenn die nicht sauber abschließt, ist sie nicht wirksamer als eine einfache Maske.“ Ein besonderes Problem hätten zudem Bartträger. „Im Grunde bleibt eigentlich nur die Möglichkeit, sich zu rasieren.“

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    Das sollten Sie mit FFP2-Masken keinesfalls tun

    Andere Methoden gelten aktuell nicht als empfehlenswert, um FFP2-Masken wiederaufzubereiten. Ganz klar raten die Experten ab von: Mikrowelle, Wasch- oder Spülmaschine oder UV-Licht.

    „Während UV-Licht in der Regel nur an der Oberfläche wirkt, können die mechanische Belastung und die Belastung mit Reinigungsmitteln in der Wasch- oder Spülmaschine die Masken beschädigen und die Filterwirkung herabsetzen“, fasst das BfArM zusammen. In der Mikrowelle würden keine gleichmäßigen Temperaturen erreicht, so dass die Temperatur an einigen Stellen der Maske zu niedrig und damit unwirksam und an anderen Stellen zu hoch sein kann, was die Maske wiederum beschädigen kann.

    Aufsetzen, Abnehmen und Transport

    Vor dem Aufsetzen und nach dem Absetzen jeder Maske gilt: Hände waschen. Außerdem sollten Sie den Schutz immer nur an den Bändern anfassen. Wer seine Maske benutzt hat und wiederverwenden möchte, sollte sie in einem Beutel luftdicht verschlossen aufbewahren. Dort sollte das Corona-Accessoire allerdings nur kurz bleiben, damit sich kein Schimmel bildet.

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