So helfen Heilpflanzen bei Hitze



Aloe Vera, Minze, Weinlaub, Salbei und Melisse: An heißen Sommertagen können Extrakte aus diesen Pflanzen helfen, die Auswirkungen der Hitze zu lindern. So wirken sie

Die Inhaltsstoffe der Aloe vera wirken kühlend und entzündungshemmend

Die Sonne brennt, die Luft flimmert – viele Menschen genießen das heiße Wetter im Hochsommer. Der Körper passt sich im Idealfall den hohen Temperaturen an. Das gelingt aber nicht immer. Manch einer leidet unter den Auswirkungen. Gut zu wissen, dass die Natur ihre eigene Medizin gegen leichte hitzebedingte Beschwerden parat hält.

Aloe vera: Exotischer Hautschützer

Reagiert die Haut trotz Sonnenschutz gereizt auf die UV-Strahlen, benötigt sie vor allem Feuchtigkeit. Hier eignen sich Pflegemittel mit Extrakten aus der Echten Aloe (Aloe vera). Die tropische Pflanze speichert in ihren dicken Blättern große Mengen Wasser und Mehrfachzucker in Form einer gelartigen Substanz. Vor allem dem Schleimstoff Acemannan wird eine entscheidende Wirkung für die Hautpflege zugeschrieben. Die Inhaltsstoffe der Aloe vera wirken in äußerlich aufzutragenden Gelen nicht nur kühlend, sondern auch entzündungshemmend, beispielsweise bei einem Sonnenbrand.

Minze: Kühlender Schmerzstiller

Auf die Schläfen aufgetragen, lindert Minzöl Spannungskopfschmerzen. Warum, das ist unklar: "Möglicherweise kommen der kühlende Effekt des Menthols, eine lokale oder aromatische Wirkung des Vielstoffgemischs der Pfefferminze und ein Massage-Effekt im Sinne der Akupunktur zusammen", meint Dr. Dominik Irnich, Schmerzmediziner am Klinikum Innenstadt der Universität München. An Schläfe und Stirn befinden sich Akupunkturpunkte zur Kopfschmerzbehandlung. Auf Haut und Schleimhäuten wirkt die Minze wegen des enthaltenen Menthols kühlend. Aber Achtung: benutzt man zuviel Menthol kehrt sich die Wirkung um in ein Wärmegefühl. Auch sollten Öle oder Salben mit Minze oder Menthol nicht für Kinder verwendet werden, hier kann es zu Atemproblemen kommen.

Weinlaub: Unscheinbarer Venentrainer

Menschen, denen die Beinvenen Beschwerden bereiten, leiden oft stark unter der Sommerhitze. Denn durch die geweiteten Gefäße dringt verstärkt Wasser ins Gewebe – die Beine schwellen an, werden schwer, und mitunter schmerzen sie. Extrakte aus Weinlaub enthalten Flavonoide, welche die venösen Blutgefäße von innen abdichten und gleichzeitig die Bildung von Entzündungsbotenstoffen bremsen. Das mindert die Schwellungen, Ödeme und Schmerzen. Der Effekt zeigt sich aber erst bei langfristiger Anwendung – mindestens drei Monate dauert es, bis eine spürbare Wirkung eintritt.

Salbei: Duftender Schweißstopper

Schwitzen ist eine wichtige Schutzfunktion des Körpers. Besonders in warmen Sommernächten rinnt der Schweiß manchmal aber mehr als nötig. Dann kann womöglich Salbei helfen. Einzelne Untersuchungen geben Hinweise auf eine Schweißreduktion um 50 Prozent. Ein frisch bereiteter Tee sollte vorzugsweise kalt getrunken oder auf die Haut getupft werden. Dass die Anwendung einen Versuch wert ist, glaubt Susanne Alban, Professorin für Pharmazeutische Biologie in Kiel: "Salbeizubereitungen sind gut verträglich und vor allem bei nächtlichem Schwitzen eine gute Wahl."

Melisse: Grüner Virenkiller

Da eine starke Sonneneinstrahlung das Immunsystem dämpft, hat auch Lippenherpes im Sommer leichtes Spiel. Die Blätter der etwas nach Zitrone duftenden Melisse enthalten Gerbstoffe, welche die Vermehrung von Bakterien, Viren und Pilzen stoppen können. Ein Spezialextrakt habe im Labor auch eine Wirkung auf die Fieberbläschen hervorrufenden Herpessimplex-Viren gezeigt, weiß Professorin Susanne Alban. Entsprechende Cremes aus der Apotheke eignen sich demnach, die Leidenszeit zu verkürzen.

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